Energiewende: Von den eigenen Zielen (kurzfristig) eingeholt!

Gepostet am 10. Jun. 2013 in Blog

Nach der jüngsten Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft steigen die staatlichen Steuern und Abgaben auf den Stromverbrauch in diesem Jahr um rund 25 Prozent auf den Rekordwert von 31,6 Milliarden Euro.

Die Energiewende wird also immer teurer und droht außer Kontrolle zu geraten. Der Diskussionsbedarf scheint gerade im Wahlkampf sehr hoch zu sein!

Dabei ist man eigentlich nahe am Ziel oder man könnte durchaus auch sagen, man hat es erreicht. Denn dieses sollte doch mitunter auch sein, Solarstrom so günstig erzeugen zu können, dass er auch aus wirtschaftlicher sich eine interssante Alternative zu Atom, Kohle oder Gas wird. Dass das nicht ohne Subventionen geht, die wiederum über Umlagen auf den Strompreis die breite Masse der Strombezieher bezahlen muss, war wohl allen Verantwortlichen klar.

Nun werden diese aber leider (oder auch erfreulicherweise) immer weniger, denn immer mehr Anlagenbesitzer verwenden nun ihren eigenen, weil mittlerweile wesentlich billigeren Strom und zahlen damit über den Netzbezug nicht mehr in den großen Subventionstopf ein.

Das Ganze geht nun mit der sicherlich sinnvollen Speicherförderung in eine neue Runde, was das Problem für den „Rest“ aber weiter verschärfen dürfte.

Es scheint, als werde man derzeit von den eigenen Zielen eingeholt!

Jeder hat hier sicherlich seine eigenen Grenzen, was einem die Energiewende wert ist bzw. wo die eigene finanzielle Schmerzgrenze liegt.

Aber eines sollten wir bei dem Ganzen nicht vergessen. In absehbarer Zeit laufen die ersten (extrem teueren) Photovoltaik-Förderungen aus und die Anlagen produzieren dann aber weiterhin (extrem billigen) Strom. Die Preisspirale wird sich irgendwann in die andere Richtung drehen. Auch wenn das sicherlich noch etwas weit in der Zukunft liegt, ist es mir unbegreiflich, dass dies nicht oder kaum in die öffentliche Diskussion mit einbezogen wird.

Wahrscheinlich haben wir uns schon zu sehr an das kurzfristige Denken unserer Politiker gewöhnt, dass uns hier der Weitblick fehlt. Oder wollen wir immer nur das Negative sehen….?

Wir sollten nicht nur immer lamentieren, wie viele Schulden wir unseren Kindern hinterlassen – was natürlich nicht heißt, dass das richtig ist – sondern auch mal sehen, dass wir hier eine entscheidene Weichenstellung vollziehen, die es ohne den momentanen finanziellen Kraftakt nie gegeben hätte! Darauf sollten wir auch ein wenig stolz sein!

1 Kommentar

  1. Danke für den guten Beitrag

    Nachdem unsere Berichterstattung von den Interessen der großen konventionellen Stromerzeugern geprägt ist, wird PV immer ganz gerne als Sündenbock und Preistreiber für die heutigen Strompreise über die EEG- Umlage verantwortlich
    gemacht.
    Dass alle Verbraucher für die Kosten des Rückbaus der Atomkraftwerke einschl.
    der Endlagerung auch noch einmal kräftig zur Kasse gebeten werden liest man
    kaum.
    Die Energiewende ist sinnvoll und wichtig. Ich habe Ende 2012 auch privat in eine
    PV-Anlage investiert. Meine Kinder (heute 2 und 4) werden mir das bestimmt einmal
    danken.

    Man darf, wie sie richtig schreiben, nicht nur alles negativ sehen und sollte vielmehr
    die Chancen betrachten, die es heute durch die Energiewende gibt. (alternativen, Arbeitsplätze, Unabhängigkeit, etc. )
    Vor 24 Jahren als ich auf dem technischen Gymnasium war und diverse Kraftwerke besichtigt habe war es undenkbar wirtschaftlich eine so große Menge Strom ohne AKW zu erzeugen. Schön, dass die Ingenieure hier nicht locker gelassen haben
    und die Grundlagen für die heutige Energiewende geschaffen wurden.
    Ohne Visionen geht es nicht!

    Michael Malek
    Architekt

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