Ölmarkt-Analyse August 2016

Gepostet am 17. Aug. 2016 in News

Noch vor gar nicht all zu langer Zeit hatten wir an dieser Stelle ein signifikantes Unterschreiten der 45-Dollar-Marke beim Rohölpreis als relativ unwahrscheinlich erachtet.

Tatsächlich war dies dann aber doch kurzzeitig der Fall und bescherte uns für ein bis zwei Wochen äußerst interessante Heizölpreise.
Doch seit Anfang August kennt der Ölmarkt nur noch den Weg nach oben!
Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:
Zunächst war der Markt nach dem starken Rückgang extrem überverkauft, was zu technisch motivierten Käufen geführt hat.
Der Anstieg in der letzten Woche war dann zum Großteil den Spekulationen um ein mögliches Treffen von OPEC und Co. im September geschuldet.
Das Ganze hatten wir ja schon mal im April diesen Jahres und die Bemühungen sind damals kläglich gescheitert.
Trotzdem ist und bleibt das Thema am Ölmarkt natürlich von enormer Wichtigkeit und auch wenn die wenigsten Analysten tatsächlich mit einer Einigung rechnen, so werden Investoren doch vorsichtig und sichern sich zunächst erst einmal ab.
Zusätzlich bereiten die wichtigen Ölförderer Südamerikas nach wie vor große Sorgen. Vor allem Venezuela liegt mit einer galoppierenden Inflation am Boden und schafft es kaum mehr, die wichtige Ölindustrie durch Investitionen am Laufen zu halten.
Ein kurzfristiger Ausfall würde mehr als zwei Millionen Barrel pro Tag vom Markt nehmen!
Aber es gibt natürlich auch bearishe Faktoren, die sich für den Preisverfall in der zweite Juli-Hälfte verantwortlich gezeigt haben und die nach wie vor Bestand haben.
So ist vor allem die Anzahl der aktiven Bohranlagen in den USA weiter gestiegen. Das Marktforschungsunternehmen Baker Hughes meldete in ihrem Wochenreport jüngst den siebten Anstieg in Folge auf nunmehr 396 Anlagen!
Ende Mai lag diese Zahl noch bei 316!
Für die nächsten Wochen ist klar auf den Punkt zu bringen: Schaffen es Russland und Saudia Arabien, eine Reduzierung der Fördermengen herbeizuführen, oder bricht die Ölindustrie in Venezuela zusammen, werden die Rohölpreise weiter steigen.
Passiert hingegen nichts, könnte es im Herbst durchaus einen Preisverlauf wie in den letzten beiden Jahren geben.

 

+ preistreibende Faktoren 

  • Spekulationen um Förderkürzungen
  • Konjunktur in China scheint wieder Tritt zu fassen
  • Wirtschaftliche Situation in Brasilien und vor allem Venezuela
  • Nachfrage Indiens wird immer bedeutender

– preisdrückende Faktoren 

  • Ölförderländer kämpfen weiter um Marktanteile
  • US-Ölförderung nimmt wieder Fahrt auf
  • Austritt Großbritanniens aus der EU
  • schwaches globales Wirtschaftswachstum

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