Ölmarkt-Analyse Dezember 2017

Gepostet am 12. Dez. 2017 in News

Die Entwicklung an den internationalen Ölmärkten war in diesem Jahr wieder stark vom OPEC-Förderabkommen geprägt, das im September 2016 initiert und unter tatkräftiger Mithilfe Russlands im November mit festen Quoten für die einzelnen Teilnehmerländer beschlossen wurde.

Dies war mehr oder weniger die Wiederauferstehung des größten Kartells der Welt, das zur damaligen Zeit wohl kurz vor der Auflösung stand. Denn über mehr als acht Jahre konnte man sich nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen durchringen!
Nach dem ersten „Schock“ an den Rohstoffmärkten, der deutlich gestiegenen Ölpreise zur Folge hatte, zweifelten die Marktteilnehmer zunächst an der Disziplin der Protagonisten und der Wirksamkeit der Maßnahme, was die Notierungen im zweiten Quartal etwas unter Druck brachte.
Doch die Auswirkungen der Mengenreduzierung waren am Ölmarkt schnell spürbar und die US-Schieferölindustrie, die mit Vollgas ihre Förderung nach oben fuhr, litt zwischenzeitlich an den niedrigen Preisen, die zwischen April und Juli oft unter 50 Dollar pro Barrel lagen.
In Folge gingen die weltweiten Ölbestände bei einer sich sehr robust zeigenden Nachfrage immer weiter zurück und geopolitische Brandherde sorgten zusätzlich dafür, dass die Rohölpreise in der zweiten Jahreshälfte permanent nach oben kletterten.
Vor allem im Nahen Osten gab es wieder einmal Schlagzeilen. Im Nordirak strebten die Kurden im ölreichen Gebiet Kirkuk ihre Unanhängigkeit an und zwischen den großen Kontrahenten Saudi Arabien und Iran verschärften sich die Spannungen über Einflussnahmen im Jemen und in Jordanien.
Zudem zeigten sich OPEC und Co. weiterhin geschlossen und verlängerten das Förderabkommen erst kürzlich – zum zweiten Mal vorzeitig – bis zum Ende des nächsten Jahres!
Damit wären wir auch schon beim Ausblick, der natürlich wieder viele Fragen aufwirft.
Die wichtigste ist sicherlich, ob es im Nahen Osten oder generell auf der Welt halbwegs friedlich bleibt.
Sollte dies der Fall sein, rechnen wir damit, dass die Rohölpreise auf dem jetzigen Niveau weiter seitwärts tendieren!
Zwar dürfte die US-Schieferölindustrie ihre Mengen sicherlich noch beträchtlich steigern können, doch wird sicherlich auch die globale Nachfrage weiter zunehmen.
Gerade in den aufstrebenden Volkswirtschaften China`s und Indien`s wird der Öldurst immer größer und bis das Nachfrage-Peak erreicht ist, dürften trotz zunehmender Elektrifizierung und Effizienzsteigerungen noch ein paar Jahre vergehen.

Ein Absacken der Notierungen, wie in der zweiten Jahreshälfte 2015, halten wir in nächster Zeit für äußerst unwahrscheinlich!

+ preistreibende Faktoren             
  • OPEC-Förderabkommen
  • Instabile Lage im Nahen Osten
  • Ölbestände zuletzt deutlich gefallen
  • starkes Ölnachfragewachstum in China und Indien
  • Atomabkommen mit dem Iran in Gefahr

 

– preisdrückende Faktoren   

  • Mengen aus US-Schieferölindustrie steigen weiter
  • permanente Steigerung der Energieeffizenz
  • Elektrifizierung des Straßenverkehrs