Ölmarkt-Analyse Juli 2016

Gepostet am 19. Jul. 2016 in News

Reagierte der Ölpreis noch vor gar nicht allzu langer Zeit äußert sensibel auf überraschende politische oder wirtschaftliche Ereignisse, so ist das „schwarze Gold“ derzeit eher der Turm in der Brandung, was der Preisverlauf der letzten vier Wochen beweist.

Man könnte fast meinen, der Brexit, der Terror in Nizza und der Putschversuch in der Türkei hätten gar nicht stattgefunden.
Klar ist, dass die einzelnen Ereignisse unterschiedlich Wirkung auf den Ölmarkt hatten, aber am Aktienmarkt hinterlies beispielsweise das Referendum in Großbritannien durchaus seine Spuren, während die Ölfutures davon weitgehend unbeeindruckt blieben.
Hauptverantwortlich für die derzeitige Stabilität ist sicherlich die nach wie vor recht komfortable Versorgungslage, denn durch den moderaten Preisanstieg der letzten Monate, hat die Förderaktivität der nordamerikanischen Schieferöl-Industrie wieder deutlich zugenommen.
Die Anzahl der aktiven Bohranlagen in den USA ist von 316 per Ende Mai, auf mittlerweile 357 angestiegen was zeigt, dass hier in letzter Zeit enorme Effizienzsteigerungen erreicht werden konnten.
Dass die Mengen künftig auch gebraucht werden, ist aus heutiger Sicht kaum zu bezweifeln, denn der Öldurst Chinas und Indiens, das in einiger Zeit das Land mit den höchsten Wachstumsraten sein dürfte, ist weiterhin enorm groß.
Erst gestern gab es wieder neue Konjunkturdaten aus dem Land der Mitte, die vermuten lassen, dass es hier in nächster Zeit wohl weiter aufwärts gehen wird.
Da spielt die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien eher eine untergeordnete Rolle.
Mittel- und langfristig rechnen wir deshalb damit, dass die Notierungen eher wieder in Richtung 60 bis 80 US-Dollar steigen werden!
Auf Sicht der nächsten Wochen sehen wir die Rohölpreise allerdings weiterhin in einer Range zwischen 45 und 50 US-Dollar pro Barrel, womit wir als Verbraucher sicherlich sehr gut leben könnten.

 

+ preistreibende Faktoren 

  • Konjunktur in China scheint wieder Tritt zu fassen
  • Förderausfälle in Nigeria
  • Wirtschaftliche Situation in Brasilien und Venezuela
  • Nachfrage Indiens wird immer bedeutender

 

– preisdrückende Faktoren 

  • Ölförderländer kämpfen weiter um Marktanteile
  • US-Ölförderung nimmt wieder Fahrt auf
  • Austritt Großbritanniens aus der EU
  • schwaches globales Wirtschaftswachstum

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