Ölmarkt-Analyse Juni 2016

Gepostet am 21. Jun. 2016 in News

Nachdem sich die OPEC im April nicht auf eine Drosselung der Fördermengen einigen konnte und das Kartell fast schon zu zerbrechen drohte, glaubten viele Marktexperten, dass die Rohölpreise wieder auf das Niveau vom Anfang des Jahres zurückfallen könnte.
Doch das Gegenteil war der Fall , was der nachfolgende Chart deutlich aufzeigt.

Der Grund für den doch recht kräftigen Anstieg von gut 30 Prozent war, dass es auf der Angebotsseite einige, zum Teil nicht vorhersehbare Störungen gab, die das Angebot deutlich verringerten und zeitweise sogar eine Unterversorgung errechnet wurde.

Doch die Waldbrände in Kanada , als eine der Hauptursachen, sind mittlerweile unter Kontrolle und auch die Schieferöl-Förderung in den USA nimmt langsam wieder Fahrt auf.

Lediglich in Nigeria, dem größten Ölförderland Afrikas, bleibt die politische Situation bis auf weiteres unstabil und es muss wohl auch in Zukunft mit weiteren Förderausfällen gerechnet werden.

Insgesamt scheint die Lage auf der Versorgungsseite derzeit aber recht verbraucherfreundlich zu sein und sollte es nicht zu neuen größeren Zwischenfällen kommen – wozu übrigens auch ein plötzlicher Preiseinbrauch zu rechnen wäre -, dürfte sich daran in nächster Zeit auch wenig ändern.
Sorge bereitet derzeit aber zweifelsohne die wirtschaftliche Lage Brasiliens und Venezulas , die zu den bedeutendsten Ölversorgern der Welt gehören.

Auf der anderen Seite hat sich die globale Nachfrage zuletzt recht robust gezeigt .
In China scheint die Konjuntur langsam wieder Tritt zu fassen und die letzten Zahlen zu den Ölimporten zeigen, dass der Öldurst im Reich der Mitte nicht nur weiterhin sehr groß ist, sondern künftig natürlich auch noch weiter steigen wird.
Hinzu kommt, dass Indien als das zweit-bevölkerungsreichste Land der Erde, die Ölimporte ebenfalls permanent erhöht.
Bereits jetzt ist das Land der viertgrößte Ölverbraucher der Welt!

Sollte es in nächster Zeit zu keinen größeren außerordentlichen Ereignissen, wie möglicherweise den Austritt Großbritanniens aus der EU kommen, so dürfte die Nachfrageseite weiter stabil und somit ein erneuter größerer Preisverfall unwahrscheinlich bleiben.

Insgesamt rechnen wir in nächster Zeit damit, dass die Rohölpreise zwar weiter leicht nachgeben, aber wohl kaum mehr unter die 40-Dollar-Marke fallen werden.

+ preistreibende Faktoren

  • Konjunktur in China scheint wieder Tritt zu fassen
  • Förderausfälle in Nigeria
  • Wirtschaftliche Situation in Brasilien und Venezuela
  • Nachfrage Indiens wird immer bedeutender
  • extrem niederige Zinsen

– preisdrückende Faktoren

  • Ölförderländer kämpfen weiter um Marktanteile
  • möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU
  • schwaches globales Wirtschaftswachstum
  • US-Ölförderung nimmt wieder Fahrt auf

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