Ölmarkt-Analyse Oktober 2016

Gepostet am 18. Okt. 2016 in News

Die Rohölpreise haben seit Ende September deutlich zugelegt und stehen derzeit auf dem höchsten Stand seit gut einem Jahr!

Verursacht wurde der Anstieg natürlich haupsächlich durch die überraschende Übereinkunft der OPEC, die Fördermenge demnächst auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel pro Tag begrenzen zu wollen.
„Erkauft“ wurde dieser Beschluss, der bis zum nächsten Meeting am 30. November ausgearbeitet und dann unterzeichnet werden soll, durch Sonderregelungen für den Iran, Libyen und Nigeria, die von der Beschränkung ausgenommen werden sollen.
Zuletzt hatte auch Russland signalisiert, die Bemühungen der OPEC unterstützen zu wollen, ohne zu konkretisieren, wie dies im Detail aussehen soll.

Dies ist sicherlich ein Faktor, den es bei dem Versuch, die weitere Entwicklung am Ölmarkt vorherzusehen, stark zu beachten gilt, denn das Kartell hat derzeit immerhin noch einen Anteil von rund 35 Prozent an der weltweiten Förderung und die Internationale Energieagentur (IEA) sieht diesen bis zum Jahr 2035 auf über 50 Prozent steigen.
Das Russland derzeit der größte Ölförderer der Welt ist, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Auf der anderen Seite hat vor allem die USA in den letzten Jahren extrem hohe Fracking-Mengen auf den Markt gebracht, die bei einem etwas höheren Ölpreis jenseits der 50-Dollar-Marke, sicherlich nicht weniger werden dürften.
Jedenfalls ist die Anzahl der aktiven US-Ölanlagen seit Mai diesen Jahres von 314 auf 432 Anlagen gestiegen und auch die Fördertechniken werden hier immer effizienter und somit wettbewerbsfähiger.

Zudem sind die großen Wachstumsraten aus China, die jahrelang eine große Herausforderung für den Ölmarkt waren, zumindest vorerst vorbei.
Im Reich der Mitte soll der Ölverbrauch, aktuellen Berechnungen zufolge, im nächsten Jahr mit gut 12 Mio. Barrel pro Tag nur noch geringfügig höher sein als in 2016.
Zwar steigt der globale Ölverbrauch weiter an, aber die Zuwachsraten werden wohl geringer!

In der Annahme, dass die OPEC die nach außen propagierte Förderkürzung nach innen wohl nicht vollständig durchsetzen kann und somit die tatsächlichen Einschränkungen geringer ausfallen werden, sehen wir keine große Gefahr, dass die Rohölpreise weiter signifikant steigen werden.
Die Zeiten, in denen das „schwarze Gold“ aber zu Preisen von 30 bis 40 Dollar je Fass verramscht wurde, scheinen aber auch vorbei zu sein.

+ preistreibende Faktoren

  • Förderbeschränkungen der OPEC
  • wirtschaftlich bedenkliche Situation in Brasilien und Venezuela
  • starke Ölnachfrage aus Indien
  • fallende US-Ölbestände

– preisdrückende Faktoren

  • Kampf um Marktanteile
  • US-Ölfördung durch Fracking steigt
  • schwaches globales Wachstum
  • permanente Steigerung der Energieeffizenz

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