Ölmarkt-Analyse September 2016

Gepostet am 22. Sep. 2016 in News

In den letzten Wochen tat sich nicht viel am Ölmarkt.

Neue Impulse blieben Mangelware und so dümpelten die Notierungen im Sommerloch mehr oder weniger vor sich her.

Dass hier die Preistendenz dabei leicht abwärts gerichtet war, ist vor allem den zuletzt wenig überzeugenden weltweiten Konjunkturdaten, den relativ hohen Ölbeständen und der Skepsis bezüglich der angestrebten Einigung von OPEC und Co. zuzuschreiben.

Ende September will das Kartell zusammen mit Russland einen neuen Versuch unternehmen, die Fördermengen zu begrenzen und wieder Einigkeit zu demonstrieren.
Dies scheiterte in den letzten Monaten vor allem am Iran, der nach Aufhebung der Sanktionen mit aller Macht verloren gegangen Marktanteile zurückerobern möchte und sich bislang wenig kooperativ zeigte.
Sollte es auch dieses Mal keine Einigung geben, könnte das durchaus das Ende des Kartells bedeuten, denn die Regulierung der Fördermengen war und ist das einzige Instrument der einst so mächtigen Organisation.
Dies würde allerdings kaum jemand gut heißen können, denn ein dauerhaft zu niedriger Ölpreis könnten die Versorgung nachhaltig gefährden und wichtige Volkswirtschaften, vor allem in Südamerika, in den Ruin treiben. Er wirkt also kontraproduktiv!
Und so ist man von allen Seiten her bestrebt, dass dieses Mal, zumindest nach außen hin, ein Erfolg vermeldet werden kann.
Die jüngsten Meldungen gehen auch bereits in diese Richtung.
So gab der venezualische Präsident Madura am Wochenende bekannt, dass die wichtigsten Ölförderländer kurz vor einer Übereinkunft zur Stabilisierung des Ölmarktes stünden und Maßnahmen bereits im September verkündet werden könnten.
Ob es tatsächlich dazu kommt, wird mit Spannung zu erwarten und sicherlich der große Einflussfaktor auf den Ölmarkt in den nächsten Wochen sein.
Alle anderen Themen zeigen sich im Wesentlichen kaum verändert und spielen derzeit eine eher untergeordnete Rolle, wobei die zuletzt recht guten Konjunkturdaten aus China zur Annahme verleiten, dass dort vorerst kein größerer wirtschaftlicher Einbruch zu erwarten ist.
Den größten Einfluss bei der Ölpreis-Findung dürfte dabei sicherlich noch die Entwicklung der Ölbestände, die in dieser Woche erneut überraschend deutlich gefallen sind, und die weitere Förderaktivität in den USA haben, die zuletzt in zwölf Monaten elfmal gestiegen ist.
Da ein Scheitern der OPEC derzeit im Markt mehr oder weniger bereits eingepreist zu sein scheint, rechnen wir in den nächsten Wochen mit stabilen, tendenziell eher wieder steigenden Rohölpreisen.

 

+ preistreibende Faktoren 

  • Spekulationen um Förderkürzungen
  • Konjunktur in China scheint wieder Tritt zu fassen
  • Wirtschaftliche Situation in Brasilien und vor allem Venezuela
  • Nachfrage Indiens wird immer bedeutender
  • US-Ölbestände zuletzt mit deutlichem Rückgang

– preisdrückende Faktoren 

  • Ölförderländer kämpfen weiter um Marktanteile
  • US-Ölförderung nimmt wieder Fahrt auf
  • Austritt Großbritanniens aus der EU
  • schwaches globales Wirtschaftswachstum

Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.