Ölmarkt-Analyse September 2015

Gepostet am 15. Sep. 2015 in News

Eines hat uns die Ölpreis-Entwicklung der letzten Monate deutlich gezeigt:
Wenn es Rücksetzer aus dem mittelfristigen Durchschnittsniveau heraus gibt, sind diese nur von sehr kurzer Dauer.
So wie vor rund drei Wochen, als die Öl-Futures binnen weniger Tage um rund 15 Prozent gefallen sind, um genau so schnell wieder um gut 20 Prozent anzusteigen.

Auslöser war die Abwertung des Yuan, verbunden mit der Sorge um eine „harte Landung“ der chinesischen Wirtschaft .

So volatil dürfte es unserer Meinung nach aber nicht weitergehen, denn es hat sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt , dass egal wie schlecht die Wirtschaftsaussichten auch sind, die weitere Entwicklung der Rohölpreise stark vom Ölpreis selbst abhängig ist.
Heißt übersetzt, dass sich der Markt sehr schnell selbst reguliert , wenn die Notierungen ein gewisses Niveau erreicht oder besser gesagt unterschritten haben , was sehr schön an der Anzahl der Öl-Produktionsstätten in den USA zu sehen ist.

Noch vor dem oben thematisierten Preisverfall, war dem Baker Hudges Report zu vernehmen, dass die Anzahl der aktiven Bohranlagen in den USA Woche für Woche zugenommen hat.
Nach dem heftigen Rücksetzer drehte auch hier der Trend und die Werte gehen nun schon wieder die zweite Woche zurück!
Zwar ist dies wohl nur eine Randnotiz, gemessen an der weltweiten Ölförderung, doch ähnlich dürfte der Marktmechanismus in anderen Förderregionen funktionieren.

Konklusion: Ab einem gewissen Preisniveau ist ein wirtschaftlicher Betrieb vieler Ölförderanlagen nicht mehr möglich und wir liegen derzeit wohl sehr nahe an dieser Preismarke!

Somit sehen wir mittel- und langfristig wenig weiteres Potenzial nach unten, zumal auch die OPEC langsam aktiv wird und für Förderkürzungen in- und außerhalb des Kartells wirbt.

Sicherlich ist nicht auszuschließen, dass ein weiterer wirtschaftlicher Einbruch in China, oder ein anderes bedeutsames Ereignis kurzfrisig wieder zu einer Preisdelle führen könnte, verlassen sollte man sich als Verbraucher darauf jedoch nicht!

+ preistreibende Faktoren

  • viele Produktionsstätten nahe an der Rentabilitätsgrenze
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren

  • überversorgte Marktlage – Stichwort „Fracking“
  • OPEC greift bislang nicht regulierend ein
  • Konjunktursorgen in China
  • geringes globales Wirtschaftswachstum
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz