Heizöl-Weblog Archiv Januar 2010


FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.

 

Freitag, 22. Januar 2010

Immer feste drauf

Unsere Regierungen scheinen mir das Feingefühl eines Presslufthammers zu haben und damit nehme ich keine aus - weder Groß, noch Schwarz-Gelb!

Immer wieder das gleiche Spiel: Zuerst werden blühende Wiesen als neue Hoffnungsträger der erneuerbaren Energien mit Milliardenbeträgen hochgezogen, um sie dann mit einem Male wieder kaputt zu dreschen.

So geschehen mit Biodiesel und Pflanzenöl, die zumindest einen Teil der fossilen Kraftstoffe im Verkehrssektor ersetzen sollten, rund 15 Jahre mühevoll "hochgepeppelt" wurden, um dann durch die Große Koalition mit einer völlig überzogenen, undurchdachten und aktionistisch anmutenden Besteuerung innerhalb von wenigen Monaten wieder völlig kaputtgemacht zu werden.

Jetzt soll es der Solar, genauer der Photovoltaikbranche an den Kragen gehen.
Ich gebe gerne zu, dass auch mir die Subventionen in diesem Bereich etwas zu weit gingen, aber wenn wir uns mittel- und langfristig alternativ versorgen wollen, muss man halt was dafür tun.

So wurden abertausende Arbeitsplätze geschaffen, in Industrie, aber auch im Mittelstand und so manche Dorfsilhouette hat sich ein wenig verändert. Nicht immer schön, aber irgendwie doch noch schöner und vor allem beruhigender, als ein Atom-Kraftwerk oder ein Endlager in der Nachbarschaft, oder?

Jetzt ist die schwarz-gelbe Regierung zur Erkenntnis gekommen, dass die Förderung wohl etwas zu hoch war und will nun die Einspeisevergütung mit einem Schlag um 15 Prozent senken.
Das Ergebnis dürfte eine Vollbremsung in der gesamten Solarbranche sein, so wir wir das ja schon gut von der Wirtschaftskrise, ausgelöst durch den Bankensektor kennen.

Aber das ist ja nicht so schlimm, dann muss man halt wieder mit ein paar Milliönchen aushelfen und zur Not die Arbeitslosenkasse aufstocken.

Kein Mensch, kein Unternehmer kann hier angemessen reagieren und schon gar nicht planen.
Von weitsichtig und langfristig ausgelegten Rahmenbedingungen fehlt jede Spur.

Aber was soll man von jemanden erwarten, der selbst nur mit zur nächsten Wahl - also zwei Jahre, da ja Einarbeitung und der nächste Wahlkampf abgezogen werden muss - plant?

Gut, dass es in unserer Branche keine Subventionen und Fördermittel gibt, dann kann wenigstens auch nix weggenommen werden.

....aber wenn ich so Recht überlege, die werden doch nicht die Heizölsteuer schon wieder ...

 

Montag, 11. Januar 2010

Fordern, Fordern, Fordern!

Schwer beeindruckt, aber leider im negativen Sinne, hat mich heute Kastulus Bader von der Fa. Leipfinger-Bader, der Inhaber eines bayrischen Ziegelwerkes ist und nun zusammen mit seinem Sohn Thomas, öffentlich politische Impulse für den rückläufigen Neuhausbau fordert.

Ich kenne das Unternehmen persönlich und hatte vor Jahren den Eindruck, dass man in den 90er-Jahren nicht mehr wusste, wo man das Geld hinwerfen soll, so dick schneite es Banknoten auf die frisch gedeckten Unternehmensdächer.

Jetzt geht das Geschäft wohl nicht mehr so gut und schon wird gefordert.

Aber haben sich die guten Herren auch mal überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, den privaten Wohnungsbau angesichts zahlreicher leer stehender Häuser und schrumpfender Bevölkerungszahlen zu fördern?

Sicherlich wohl, aber die Erkenntnis wird einfach ignoriert, weil die eigenen Interessen im Vordergrund stehen.

Eigentlich müssten Renovierungen forciert werden, da die Ortskerne und damit das Gesellschaftsleben in den Kleinstädten und Dörfern, angesichts der Siedlungspolitik der letzten Jahrzehnte, zu veröden drohen.

Aber da werden ja meist keine Ziegelsteine gebraucht!

Wenn Unternehmer immer nur eigene Interessen verfolgen, brauchen sie sich nicht wundern, wenn ihr Ansehen in der Bevölkerung leidet!