Heizöl-Weblog Archiv März 2007


FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.

 

Freitag, 30. März 2007

Same procedure as every year?

Es wird doch nicht noch soweit kommen, dass der Ölmarkt vorhersehbar, ja gar kalkulierbar wird?
Der Frühling zieht ins Land und die Preise steigen - wie jedes Jahr. Na gut - nicht wie jedes Jahr, aber zumindest wie in den letzten drei Jahren.
Wenn es jetzt aber so wäre, dass die Gründe immer die gleichen gewesen wären, könnte man daraus ja eine Systematik ableiten. Dem ist aber nicht so - obwohl uns der Herr Ahmadinedschad (gut das ich das nur schreiben muss) nun schon den zweiten "Frühlingsaufschwung" hintereinander beschert.
Egal, absehbar war`s in den letzten Tagen und Wochen schon. Wer Beweise will, bitte in den News nachlesen.
Bin mal gespannt, welche Themen gespielt werden, wenn der Iran-Konflikt (hoffentlich) mal ad akta gelegt werden kann.
Nicht dass uns am Ende noch die Schurken ausgehen...

 

Freitag, 23. März 2007

Vorsicht Anlegerfalle!

Als interessierter Beobachter des Börsengeschehens und selbst ernannter Insider der Energiebranche ist mir diese Woche natürlich der Kurssturz der Verbio-Aktie nicht entgegangen.
Ihnen liebe Leser hoffentlich schon, denn sonst müsste ich annehmen, dass sie Aktionäre diese Unternehmens (Biokraftstoffhersteller) und somit betroffen sind.

Was war passiert?

Ganz einfach, das Unternehmen wird die prognostizierten Gewinne in diesem Jahr nicht erreichen. Der Biodieselabsatz ist in den ersten Monaten des Jahres eingebrochen, da der Biosprit in Folge steuerpolitischer Maßnahmen kaum mehr billiger ist als der normale Diesel und somit der Anreiz für die Verbraucher fehlt.
Die Aktie verlor an einem Tag rund 40 Prozent(!!!)auf Kurse um 7 Euro je Anteilsschein. Noch im Dezember lag der Wert bei 15 Euro und wurde von einem Anlegerbrief mit Kursziel 18 Euro zum Kauf empfohlen.

Dabei waren zu diesem Zeitpunkt die Weichen (nach unten) bereits gestellt.
Die Bundesregierung hatte nämlich im Herbst mit dem kurzsichtigen Erlass des Energiesteuergesetzes (Besteuerung von Biokraftstoffen) die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel schnell mal ad akta gelegt, da der Preis für Rohöl von den düstersten Prognosen jenseits der 100 Dollar wieder auf die Niederungen der Realiät zurückgefallen war. Und so war eigentlich vorhersehbar, dass Biodieselproduzenten, und zu denen gehört die Verbio AG nun mal, Probleme bekommen werden.

Jetzt weiss ich gar nicht, wer mehr Schuld an dieser Misere trägt. Der Analyst mit seiner schlampigen, oberflächlichen und leichtsinnigen Empfehlung, oder die Bundesregierung, die es anscheinend einfach nicht schafft, verlässliche und vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, die für langfristige Planungen und Investitionen einfach unerlässlich sind.

Egal, die Zeche zahlt immer der Kleinanleger, der bei seinem Engagement vielleicht sogar nicht nur den eigenen Profit gesehen hat, sondern ganz nebenbei aus einem Mitverantwortungsgefühl heraus durchaus sinnvolle Aktivitäten unterstützen wollte.

Und die Moral von der Geschicht - Politikerreden und Anlegertipps haben wohl gleichwenig viel Gewicht!

 

Mittwoch, 14. März 2007

Endlich! Öl-Brennwerttechnik auf dem Vormarsch

Es tut sich was beim Modernisieren.
Eine Statistik zu den im Jahr 2006 neu installierten Heizsystemen sagt aus, dass 70 Prozent mehr Öl-Brennwertgeräte verkauft wurden als im Vorjahr.

Ist aber auch fast logisch. Der gestiegene Ölpreis lies doch so manchen zum Taschenrechner greifen und dieser bestätigte in nackten Zahlen, was das Gefühl in letzter Zeit immer wieder ins Hirn hämmerte.
Das Invest in eine - im Vergleich zu anderen Heizsystemen - sehr günstige neue Öl-Brennwertanlage, hat sich durch die Verbrauchseinsparung von 30 oder sogar 40 Prozent sehr schnell amortisiert.

Und ganz nebenbei, weils grad so in ist:
Besser und schneller lässt sich Klimaschutz derzeit auch kaum realisieren.

 

Mittwoch, 07. März 2007

Aufs falsche Pferd gesetzt..

...haben wohl unsere Autobauer, als Sie sich für die Antriebskonzepte der Zukunft entschieden haben.

Oder war es gar kein Pferd, sondern nur ein Konzept von einem Pferd? Konzepte und Studien sind in dieser Branche ja stets ein Thema.

Aber Spaß bei Seite. Jetzt heißt es jedenfalls umkehren, zurückrudern, Versäumtes nachholen, durch Nachsitzen - auch gemeinsam, auch wenn`s weh tut.
Das Phantom Wasserstoff scheint als eines der Zukunftsthemen angesichts der Probleme von heute jedenfalls zu weit enteilt zu sein.

Leider musste ich letzte Woche auf einen Kongress des Mineralölmittelstandes den Eindruck gewinnen, dass in der deutschen Autoindustrie anscheinend wenig Interesse an der gemeinsamen Weiterentwicklung bereits real existierender alternativer Kraftstoffe wie z.B. Bioethanol besteht.

Was in anderen Ländern bereits Standard ist, soll in Deutschland wieder mal nicht gehen?

Bereits der Katalysator sollte laut einem mächtigen Automanager einmal als Ende der deutschen Automobilindustrie bedeuten.
Das Gezedere um den Rußpartikelfilter ist uns noch in bester Erinnerung.

Es wird Zeit, dass man auch hier Probleme aktiv angeht.
Dies schafft nämlich das Gegenteil des jetzt erreichten: Vertrauen und Vorsprung.