Heizöl-Weblog Archiv Mai 2009
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Freitag, 29. Mai 2009
Günstiges Heizöl ade?
Kaum zu glauben, dass sich die Rohölpreise seit Februar nun fast schon wieder verdoppelt haben.
Dass wir dies bei den Heizöl-Notierungen noch nicht so richtig zu spüren bekommen haben, liegt hauptsächlich am stark gestiegenen Euro, der das Öl in der Einfuhr deutlich verbilligt hat.
Doch die so oft gescholtene, ungeliebte und mit Misstrauen bedachte, aber trotzdem doch recht tapfere Schöpfung der europäischen gemeinschaftlichen Glückseligkeit, kann auch schnell mal wieder in die andere Richtung gehen!
Und dass die Rohölpreise wieder nach unten drehen, daran glaubt derzeit nicht mal mehr die OPEC!
Die Herrlichkeit am Heizöl-Markt droht also allmählich zu Ende zu gehen!
Jetzt kommt natürlich der ein oder andere mit vollem Tank auf die Idee, schon jetzt für den nächsten Winter oder gar schon für anno 2010 Heizöl bestellen zu wollen, was ja wirklich keine dumme Idee ist und wohl auch mehr Rendite als das Sparbuch bringen sollte!
Aber leider müssen wir hier passen.
Weder wir, noch unsere Partnerhändler haben die Möglichkeit, die Ware länger als ein paar Tage im Voraus zu kaufen.
Hier sind Raffineriegesellschaften und Tanklagerbetreiber einfach viel zu unflexibel.
Da können wir nur auf die Möglichkeiten verweisen, die die Börse in Verbindung mit den Rohöl-Futures bietet.
Also wer daran glaubt, dass die Ölpreise weiter steigen werden, sollte sich rechtzeitig an der Börse oder bei seiner Bank nach einem geeigneten Produkt umsehen.
Wer dies nicht machen will, kann sich ja immer noch schnell einen zusätzlichen Tank im Garten vergraben.
Solange wie der Einbau dauert, solange können wir auch den Preis halten!
Mittwoch, 06. Mai 2009
Alles wird billiger? - Heizöl schon lange!
Die Ölpreise sind gefallen - von 140 auf derzeit rund 50 US-Dollar pro Barrel. Und auch die Heizölpreise haben sich fast halbiert und sind seit langem auf Tauchstation.
Die Preisreduzierungen erfolgen hier sofort und für jedermann nachvollziehbar!
Ich weiß, dass jetzt der eine oder andere schon auf den Lippen hat: "Das ist zu wenig, die Ölpreise sind viel stärker gefallen!" Aber es darf dabei der Steueranteil und die fixen Kosten wie z.B. für Lagerung und Transport nicht vergessen werden.
Das ist auch nicht gefärbt, das ist Fakt!
Ich kann mit ruhigem Gewissen versichern, dass wohl nirgends die Preissenkungen so schnell und konsequent weitergegeben werden wie am Heizölmarkt - umgekehrt natürlich auch Preiserhöhungen, das ist klar.
Und es geht auch nicht anders, weil der Wettbewerb hier absolut und gnadenlos funktioniert. Wenn der eine Händler vielleicht erst morgen reagieren will, hat der andere heute den Preis schon nach unten gesetzt! Und so soll es in der Marktwirtschaft auch sein!
Wer Heizölhändler in die Schublade der Ölkonzerne steckt, hat und tut Unrecht!
Woanders sieht die Welt anscheinend noch ein bisserl anders aus - da wird bei "Marktwirtschaft" der erste Teil des Wortes auch schnell mal vergessen!
So zum Beispiel bei den Stromkonzernen oder aber auch beim Bäcker und bei den Brauereien, wobei wir wieder bei der "Wirtschaft" wären.
Hier hat man die steigenden Energie- bzw. Getreidepreise seinerzeit sofort in Preiserhöhungen bei Strom und Brötchen bzw. Bier umgesetzt - wobei die Betonung auf "sofort" liegt.
Man müsse doch sofort reagieren, um die gestiegenen Wiederbeschaffungskosten stemmen zu können und nicht auf der Strecke zu bleiben - hieß es damals.
Fairerweise muss man sagen, dass die einen (Bäcker, Brauereien etc.) die Überlebensmaßnahmen der anderen (Stromkonzerne) selbst auch gleich aufgebrummt bekommen haben.
Wenn aber heute der Chef des Brauerbundes auf die seitdem stabilen Bierpreise angesprochen wird heißt es lapidar:
"Wir haben die Läger noch voll mit teurem Getreide, erst wenn wir wieder günstig einkaufen können, werden wir die Preise senken."
Ich fürchte nur, da warten wir bis zum "Sankt Nimmerleinstag".
Manche richten es sich halt immer so, wie Sie es gerade brauchen und kommen wohl auch immer wieder damit durch.
Aber gerade wenn es ums Bier oder um unsere guten Semmeln und Brezn geht, kennen wir halt auch keinen Spaß und auch keine Alternative - und das hat wohl auch seinen guten Grund! Wir sind doch alle auch Freunde des guten Geschmacks!
Aber was bitte spielt denn bei Strom - außer der Farbe - sonst noch eine Rolle?
|