Heizöl-Weblog Archiv Juni 2008


FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.

 

Donnerstag, 19. Juni 2008

Nur nicht den Humor verlieren ...

… dachten sich wohl auch einige US-Senatoren, als sie die Regierung angesichts der hohen Ölpreise kürzlich aufforderten, eine Beschwerde gegen die OPEC bei der WTO einzureichen.

Denn denen ist jetzt auf einmal aufgefallen, dass die OPEC als Kartell gegen den freien Welthandel verstößt.
Respekt, das sind wirklich aufgeweckte Burschen, denen macht keiner so schnell was vor.

Die acht OPEC-Mitglieder, die auch der WTO angehören, sollten zur Rechenschaft gezogen werden – die Bösen!

Ja dann mal viel Glück, meine lieben Senatoren! Ich hoffe nur, dass die Ölscheichs dann nicht beleidigt sind und den Ölhahn doch noch um eine viertel Umdrehung zumachen.

Aber das würde euch sicher nichts ausmachen. Den sparsamen Umgang mit Energie seid ihr ja gewohnt.

 

Montag, 09. Juni 2008

Eine neue Dimension

Als ich vor gut 20 Jahren als Lehrling die ersten Heizölpreise zittrig und etwas unsicher laut von der Preisliste ins Telefon gebetet habe, hatten wir in Deutschland einen Heizölpreis von rund 25 Pfennig pro Liter und einen Rohölpreis von weit unter 15 US-Dollar pro Barrel. 15 Dollar betrug auch der Anstieg der Rohöl-Futures von Donnerstag früh bis Freitagabend – also innerhalb von nicht mal 48 Stunden! Wahnsinn!

Das macht deutlich, dass das Thema Energie – und nicht nur der Ölpreis – in eine völlig neue Dimension vorgestoßen ist.

Was mich allerdings etwas überrascht, ist die zugegebenermaßen rein subjektive Empfindung, dass sich damals die Leute öfters über den Heizölpreis beklagt haben als heute. Damals hieß es: „25 Pfennig, Wucher! – ich weiß noch gut, als das Heizöl 8 Pfennig gekostet hat“.
Nun ja, würde man die letzten 20 Jahre eine Teuerungsrate von 3 Prozent zu Grunde legen, so wären wir heute lediglich bei einem Heizölpreis von nicht mal 25 Cent. Und selbst wenn eine technisch bedingte Verbrauchsreduzierung von 50 Prozent berücksichtigt wird, wäre die Schwelle zur Mehrbelastung im Vergleich zu damals bereits bei rund 50 Cent pro Liter anzusetzen.

Aber das Thema Energiepreis-Anstieg ist wohl mittlerweile so stark in unseren Köpfen verankert, dass uns hier nichts mehr schocken kann. So nach dem Motto: "Was uns nicht umbringt, macht uns nur noch härter".

Wer so tapfer ist, hat es bestimmt auch verdient, Europameister zu werden!