Heizöl-Weblog Archiv Juli 2007


FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.

 

Donnerstag, 26. Juli 2007

Nichts einfacher als das!

Natürlich werde ich immer wieder - meistens mehrmals täglich - gefragt, ob die Ölpreise steigen oder fallen.

Und ich Dödel sagt dann immer, dass ich es nicht weiß, weil ich es ja natürlich wirklich nicht weiß, weil ich es gar nicht wissen kann, weil es nämlich außer dem lieben Gott auch sonst keiner weiß und ich sonst lügen müsste.

Dann schau ich mir abends die Telebörse an und sehe denn Daueroptimisten Heiko Thieme (der ein oder andere wird ihn sicherlich kennen), der seit mindestens zehn Jahren steigende Aktienkurse prophezeit, sich dabei fast überschlägt und so ziemlich in 50 Prozent aller Fälle auch Recht hatte.
Auch den hat bisher meines Wissens noch keiner den Kopf abgerissen und die Hälfte aller Leute sagt wohl: "Das ist ein guter Mann, der hat Recht gehabt".

Also versprochen: Künftig gibt es eine klare Aussage - nichts einfacher als das!

 

Dienstag, 10. Juli 2007

Klimawandel kaputtreden!?

Dass es den Klimawandel gibt, dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Wer nicht davon überzeugt ist, dass dieser durch das menschliche Verhalten verursacht ist, der wird sich dem Umweltschutz allein wegen der Tatsache der Endlichkeit der Ressourcen nicht verschließen und diesen daher auch mittragen und fördern. Dem Rest ist eh nicht zu helfen.

Was aber derzeit in den Medien abläuft, geht bald nicht mehr auf die berühmte "Kuhhaut". Da wird diskutiert, ob der Umweltminister mit dem Flugzeug, dem Zug oder mit dem Auto zu seinen Terminen reist, ob die Getränkebecher auf den Live-Earth-Konzerten mit Pfand belegt sind und ob BMW überhaupt die 7er-Reihe bauen darf.

Jetzt musste ich auch noch eine Werbebotschaft lesen, wo ein findiger Mitstreiter unserer Branche den ökologischen Vorteil einer Heizöl-Sammelbestellung herbeischreiben will. Unsere Meinung zu Sammelbestellungen gibt ja die letzte Ausgabe dieser Kolumne wieder, wobei ich aber diese Art des Bestellens, die in gewissen Konstellationen durchaus seine Berechtigung hat, nicht grundsätzlich verurteile.
Jetzt aber den Heizölverbraucher bei Einzelbestellungen zum eigenen Nutzen noch ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, ist ebenso lachhaft wie obszön und schlägt dem Fass den Boden aus.
Wenn ich also dem Kunden keinen wirtschaftlichen Vorteil bieten kann, dann muss ich ihn eben am sensiblen Umweltnerv packen. Traurig, aber wahr!

Dass der Umweltminister auch mal das (schnellere) Auto nehmen muss, weil die Termine mit dem Zug nicht zu schaffen sind, dass BMW 7er baut, weil es einen Markt dafür gibt und auch einige tausende Arbeitsplätze dranhängen und dass ein Heizölhändler allein aus wirtschaftlichen Überlegungen in Touren disponiert und keine Sternfahrten hinlegt, ist für so manche Leute anscheinend zu hoch.

Auch ich hätte noch ein paar Vorschläge zum Klimaschutz:
- Keine Pampers mehr für Kinder, nur noch Stoffwindeln (meine Kinder sind grad aus dem Alter raus :-)!
- Kein Urlaub mehr in Ziele, die weiter als 50 km entfernt liegen und keine Flugreisen!
- Jede Entfernung bis 5 km muss zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden, sonst gibt's Bußgeld!
- Einzelfernsehen verbieten - es darf nur noch in Gruppen ab 5 Personen geschaut werden!
- ...

Sind doch alles super Vorschläge, von denen jeder einzelne den ökologischen Nutzen einer Heizöl-Sammelbestellung bei weitem übersteigt. Ich bin mir sicher, auch Sie könnten die Liste noch ein wenig fortführen...

Es wird aber Zeit, dass aus den Debatten diese populistischen, nervtötenden und sinnlosen Kümmelspaltereien verschwinden. Sonst will diese nämlich niemand mehr sehen und die richtige und wichtige Aufbruchstimmung, die dazu führen sollte, dass Politiker die richtigen Weichen stellen, ebbt ab.

Wir schaffen die ökologische Wende aus eigener Kraft! Dazu brauchen wir keine Spinner, Heuchler und selbsternannte Weltverbesserer!

 

Dienstag, 03. Juli 2007

Sammel(fehl)bestellungen

Viele Ölheizungsbesitzer meinen es ja immer besonders gut mit Ihren Nachbarn und organisieren einen sogenannte Sammelbestellung.
"Ich brauch` 1000 Liter, bei mir gehen auch 500 rein, ja ich tank mit - aber später, jetzt ist es doch zu teuer!" so läufts doch, oder?

Kaum bei ein paar Händlern angefragt oder bei FastEnergy reingeguckt, stellt der arme Initiator fest, dass er mit seinen 3000 Litern alleine einen besseren Preis erzielt hätte, als in der Gruppe.
Denn die wenigsten wissen, dass der Hauptaufwand bei der Betankung im Schlauchaus- bzw. aufrollen, in der Begutachtung der Tankanlage und bei dem ganzen Schreibkram - schließlich will ja jeder seine eigene Rechnung haben - und nicht in der Fahrt liegt. Die Händler disponieren ja ohnehin in Touren, so dass hier nicht mehr viel einzusparen ist.

Also subventioniert der Organisator mit seiner relativ großen Menge, seine Nachbarn mit Kleinmengen, zahlt dabei oft mehr als bei einer Einzelbestellung, hat `ne Menge zu organisieren und verpasst vielleicht noch eine günstige Gelegenheit zum Kauf. Fällt dann noch der Preis sagen alle: "Ich hab Dir`s doch gleich gesagt, dass es noch runter geht."

Mein Vorschlag: Laden Sie Ihre Nachbarn doch einfach mal zum Grillen ein und machen Sie, statt beim Heizöl, beim Metzger eine Sammelbstellung über 20 Paar Grillwürstel. Da kriegen Sie zwar auch nix günstiger, aber der Dank Ihrer Nachbarn ist ihnen wenigstens sicher.