Heizöl-News vom 28.03.2004


Heizölpreise wieder günstiger

 
Im Vorfeld des OPEC-Meetings am 31. März in Wien und angesichts eines überraschenden Bestandsaufbaus bei den US-Rohölvorräten fielen die Rohölpreise vergangene Woche nach den Rekordständen der Vorwoche wieder etwas zurück und ließen auch die Heizölpreise wieder etwas nachgeben.

In NewYork liegen die Rohöl-Futures derzeit bei 35,70 US-Dollar, während die Kontrakte der Nordseemarke "Brent" in London für knapp 32 Dollar gehandelt werden. Ein US-Dollar kostet aktuell rund 82,50 Euro-Cent, was einen leichten Anstieg bedeutet.

Selten blickten politische Beobachter und Marktteilnehmer so gespannt auf ein Treffen der OPEC, wie auf jenes am Mittwoch dieser Woche in Wien. Thema ist natürlich wieder die offizielle Fördermenge des Kartells, die ja zum 01. April weiter gekürzt werden soll. Doch ob dies der Fall sein wird, ist mehr als fraglich. Immer mehr Stimmen aus Politik und Wirtschaft, allen voran US-Präsident George W. Bush, für dessen Wiederwahl die hohen Benzinpreise in den USA nicht gerade förderlich sind, drängen auf eine Fördermengenausweitung durch die OPEC, um die Ölpreise wieder auf ein moderates Niveau zurückzuführen und somit die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft in Grenzen zu halten. Auch aus OPEC-Kreisen kommen immer wieder kritische Stimmen zu den aktuell hohen Preisen.
Währenddessen wird der derzeitige OPEC-Präsident Purnomo nicht Müde, wieder einmal vor einem Preisverfall bedingt durch einen Nachfragerückgang zu warnen und auf die ausreichende Versorgungslage hinzuweisen. Das Problem sei nicht, dass zu wenig Rohöl am Markt sei, sondern die nicht immer ausreichende und rechtzeitige Bereitstellung von Fertigprodukten. Außerdem werde der Markt stark durch spekulative Einflüsse am Futuresmarkt und politische Ereignisse wie die im Irak oder in Venezuela bestimmt.
Man darf also gespannt sein, welchen Konsens die OPEC am Mittwoch finden wird und vor allem, welche begleitenden Kommentare dazu zu vernehmen sein werden. Denn gerade diese lassen in der Regel durchblicken, ob und wieweit die Schere zwischen offiziellen Beschluss und tatsächlichem Handeln auseinander klaffen wird.

Von der Devisenseite kommt derzeit eher Gegenwind für die europäischen Ölverbraucher. Die aufgekommenen Zinssenkungsphantasien für den Euro verhalfen dem Dollar wieder zu steigenden Kursen, da eine Verringerung der Zinsdifferenz Anlagen in die US-Währung wieder attraktiver machen würde. Auch der gefallene deutsche Geschäftsklimaindex trägt nicht gerade zur Stärkung der Europa-Währung bei.

Die Heizölpreise sind nach den Höchststände der Vorwoche wieder etwas zurückgekommen und bieten zwar für Bevorratungskäufe noch kein attraktives Niveau, sollten aber andererseits dem Besitzer eines (fast) leeren Tanks nicht unbedingt weh tun, zumal derzeit keiner seriös einschätzen kann, wohin sich das Preisniveau künftig entwickeln wird.

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vom März 2004