Heizöl-News vom 27.04.2006


Bestandsabbau gestoppt - Ölmärkte konsolidieren weiter

 
Die Konsolidierung der Rohölmärkte auf hohem Niveau geht vorerst - auch gestützt durch die gestern veröffentlichen US-Lagerbestandsdaten - weiter, ohne das Aussicht auf weit reichende Entspannung besteht.

Aktuell notieren die Futures auf WTI-Rohöl knapp unter 72 US-Dollar pro Barrel, Nordseeöl "Brent" etwas darüber. Erneut schwächer zeigt sich der US-Dollar bei Werten um 80,35 Euro-Cent.

Es war zwar ein neuerlicher Rückgang der Benzinbestände, den API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) gestern in Ihrem wöchentlichen Report veröffentlichten. Da dieser aber geringer als erwartet ausfiel und Heizöl und Diesel sogar leicht zulegen konnten, gaben die Märkte erneut ein wenig nach.
Trotzdem gehen, angesichts der nach wie vor eingefahrenen Situation im Iran-Konflikt, viele Marktexperten künftig von weiteren Preissteigerungen aus.
Wie die Psychologie die Märkte beeinflusst, zeigte sich an den Äußerungen von US-Präsident George Bush, der sich für erhöhte Anstrengungen in Ölförderung und -verarbeitung aussprach und auch eine Förderung alternativer Energien ankündigte. Dies in Zusammenhang mit der Aussage, die Ölreserven vorerst nicht weiter aufzufüllen, da sie für den Krisenfall ausreichend seien, beruhigte die Märkte fürs Erste.
Da aber die Frist des UN-Sicherheitsrates für den Iran, die Uran-Anreicherung zu stoppen, in diesen Tagen abläuft, ist bereits für neuen Zündstoff gesorgt.

Die erwartete Verringerung des Zinsabstandes zwischen der USA und Europa bringt am Devisenmarkt den Dollar weiter unter Druck. Marktteilnehmern zu Folge wird erwartet, dass in Europa weitere Zinsanhebungen folgen, während in den USA hier das Ende wohl erreicht sei.

Am heimischen Heizölmarkt haben die Preise zwar das Allzeithoch vom vergangenen Herbst noch nicht erreicht, ausgeschlossen kann dies aber angesichts der unsicheren geopolitischen Lage für die nahe Zukunft aber wohl nicht werden. Nur sehr spekulative und risikobereite Verbraucher sollten die Wette auf weiter fallende Preise wagen.

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vom April 2006