Heizöl-News vom 04.12.2008


Rohöl und Heizöl trotz gefallener Lagerbestände erneut im Minus

 
Sogar überraschend schwache US-Öllagerbestände können den Preisverfall an den internationalen Ölmärkten derzeit nicht stoppen. Die Rohöl- und Heizöl-Notierungen markieren auch in dieser Woche einen neuen Tiefstand nach dem anderen.

Aktuell stehen die WTI-Rohöl-Futures bei 45,57 US-Dollar pro Barrel, Nordseeöl Brent für Lieferung Januar kostet nur noch 44 Dollar. Der Euro zeigt sich kaum verändert bei Werten um 1,2675 US-Dollar.

Statt des erwarteten erneuten Bestandsaufbaus, der eigentlich sehr gut zu der derzeitigen Gesamtsituation gepasst hätte, vermeldete das Department of Energy (DOE) überraschender Weise durchweg einen Rückgang der Vorräte.
So verringerten sich die Rohölbestände um 0,4 Millionen Barrel, die von Heizöl/Diesel um 1,7 und von Benzin um 1,6 Millionen Barrel, was in Summe immerhin 3,7 Millionen Barrel ergibt.
Dass derzeit aber weniger die Fundamentaldaten, als die Marktpsychologie dominieren, zeigte sich am gestrigen Kursverlauf. Zwar reagierten die Notierungen nach Veröffentlichung spontan nach oben, drehten aber bereits nach wenigen Minuten wieder, um dann dem bearishen Megatrend weiter nachzugehen.
Da half auch die Aussage des Ölministers von Qatar nichts, der für das nächste OPEC-Treffen am 17. Dezember definitiv eine Förderkürzung ankündigte.

Mit Spannung wird am Devisenmarkt die heutige Sitzung der Europäischen Zentralbank erwartet. Analysten sind sich uneins darüber, ob der Leitzins dabei um einen halben, einen dreiviertelten oder gar um einen ganzen Prozentpunkt gesenkt werden wird. Im Vorfeld bleibt es aber beim zuletzt sehr stabilen Wechselkurs zum für den Ölmarkt relevanten US-Dollar.

Die Heizölpreise nehmen Kurs auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Nur sehr zögerlich verringern sich die sehr langen Lieferzeiten, denn die Nachfrage ist weiterhin sehr rege. Nach wie vor gibt es zwar keine Anzeichen dafür, dass der Markt dreht und die Preise wieder steigen werden, aber die latente Gefahr erhöht sich naturgemäß von Tag zu Tag.

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vom Dezember 2008