Heizöl-Newsletter vom 18.01.2011


Sehr geehrter Heizöl-Interessent,

das Jahr 2010 war vor allem zum Ende hin zweifelsohne kein gutes Jahr für die deutschen Öl- und Gaskunden. Rohstoffe, egal ob physisch gebraucht oder gehandelt an der Börse, waren und sind gefragter denn je.
Leider dürfte sich dieses Szenario auch im neuen Jahr weiter fortsetzen und auch die alten Höchststände aus dem Herbst 2008 könnten schon bald in Reichweite kommen.
Lesen Sie heute, warum die Ölpreise vor allem im ersten Halbjahr weiter anziehen könnten.


Unsere Themen in dieser Ausgabe:

Ölmarkt-Analyse


Was wir derzeit in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten erleben ist die pure Flucht nach vorne. Politik und Zentralbanken versuchen, die Konjunktur mit billigem Kapital am Laufen zu halten und erhöhen die eigenen Schulden durch frisch gedrucktes Geld.
Dies dürfte zwar kurzfristig weiter funktionieren, wird aber früher oder später unweigerlich in eine neue, vermutlich noch heftigere Krise führen.
Bis es jedoch soweit ist, werden vor allem die Rohstoffpreise unweigerlich steigen und die Inflation anheizen.
So sehen nicht wenige Ölmarkt-Experten die Rohölpreise im ersten Halbjahr 2010 wieder über die 100-Dollar-Marke klettern und auch ein neues Allzeithoch scheint zumindest im Bereich des Möglichen zu sein.

+ preistreibende Faktoren
  • stark steigende Nachfrage, vor allem aus Asien und insbesondere China
  • gute globale Konjunkturentwicklung
  • stark gefallene US-Ölbestände
  • hohe Liquidität an den Kapitalmärkte, niedrige Zinsen
  • "Inflationsschutz Öl"

- preisdrückende Faktoren
  • nach wie vor ausreichend versorgte Märkte
  • fehlende Disziplin der Ölförderländer
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz




Heizöl-Preisprognose für die nächsten vier Wochen


Die Treffsicherheit unserer vierwöchigen Heizölpreis-Prognosen war im letzten Jahr relativ hoch und wir hoffen nicht, dass dies so bleibt, erwarten wir doch auch in nächster Zeit weiter anziehende Notierungen.
Das Problem ist nicht nur der international steigende Ölpreis, sondern gleichzeitig auch die Euro-Schwäche.
Obwohl die Rohöl-Futures derzeit noch rund 35 Prozent unter ihrem Allzeithoch bei 140 US-Dollar pro Barrel aus dem Herbst 2008 stehen, liegen die Heizölpreise derzeit nur gut 20 Prozent unter Rekord, was zum Großteil dem schwachen Euro geschuldet ist.
Zwar verliefen die letzten Auktionen von Staatsanleihen aus Portugal, Spanien und Italien relativ erfolgreich, Entwarnung kann aber sicherlich nicht gegeben werden.
Wir rechnen beim Dollar-/Euroverhältnis vorerst mit einer Seitwärtsbewegung, sehen aber die Ölpreise im Zuge allgemein bullisher Finanzmärkte weiter nach oben gehen und so weiter steigende, bestenfalls stabile Heizölpreise!



Jahrespreisverlauf im Schnitt der letzten 10 Jahre


Im Gegensatz zu Erdgas-Heizern und Besitzern stromabhängiger Heizformen wie z.B. Wärmepumpen, haben Ölverbraucher selber die Möglichkeit, zusätzlich durch die geschickte Wahl des richtigen Kaufzeitpunktes viel Geld zu sparen.
Gerade in den letzten fünf Jahre war der Heizöl-Markt von außerordentlichen, ja teilweise extremen Schwankungen geprägt!

Natürlich können auch wir die Heizölpreise nicht vorhersehen, Ihnen es aber ermöglichen, sich rückwirkend zu betrachten, wie sich die Notierungen im Jahresverlauf in den letzten 10 Jahren entwickelt haben.

Preisunterschiede von bis zu 300 Euro innerhalb eines Jahres sind dabei nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel!
Machen Sie sich selbst ein Bild!



Aus der Praxis gefragt, für die Praxis beantwortet...


Nicht nur in unseren täglichen Marktkommentaren werden Sie bereits des öftern von den Rohöl-Sorten "Brent" und "WTI" gehört haben. Was sind aber die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale?

"Brent" ist die für Europa wichtigere Rohölsorte. Brent ist ein leichtes (viele niedrigsiedende und damit wertvollere Bestandteile), "süßes" (niedriger Schwefelgehalt) Rohöl. Es stammt aus der Nordsee zwischen den Shetlandinseln und Norwegen.
Gehandelt wird es in London an der Warenterminbörse ICE Futures (früher „International Petroleum Exchange“).

"West Texas Intermediate" (WTI) ist ein leichtes, süßliches Rohöl aus den USA. Durch seinen geringen Schwefelgehalt eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung und die Herstellung von Benzin.
Der Preis pro Barrel (159 Liter) ist eng an den Brent-Preis gekoppelt. Beide Sorten werden in US-Dollar gehandelt.

Wie andere Ölpreise, ist auch der Preis von WTI/Brent ein wichtiger Anhaltspunkt für die Entwicklung der Heizöl- und Kraftstoffpreise und hat einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft.