Das Spiel geht weiter!

Gepostet am 6. Aug. 2012 in Blog

Spätestens seit der Lehmann-Pleite beschäftigt uns der Wandel der einst so soliden und angesehen Bankhäuser, hin zu unkontrollierbaren Zockerbuden, in denen eine riesige Zeitbombe tickt.
Und es geht hier ganz banal darum, dass mit wenig Kapitaleinsatz viel, ja sogar sehr viel Geld bewegt werden kann – Stichwort „Optionsgeschäfte“.

Dass das Spiel noch arg am Laufen ist, zeigt sich für mich wieder in diesen Tagen am Ölmarkt.
Relevanter hätte der sagenhafte Abbau der US-Ölbestände von Mitte letzter Woche für den Ölmarkt nicht sein können. Über 10 Mio. Barrel Rückgang – an eine derart große Menge kann ich mich in diesem Zusammenhang kaum erinnern.
Und was passierte? Die Ölpreise rührten sich kaum von der Stelle.

Als dann am Freitag „gute“ US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden, deren Erhebung und damit Zuverlässigkeit und Aussagekraft durchaus in Frage zu stellen ist (zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang übrigens das Buch „Cashkurs“ von Dirk Müller, das einem den Glauben an unser Wirtschafts- und Finanzsystem schnell verlieren lassen kann) und die obendrein für den Ölmarkt zumindest unmittelbar kaum relevant sind, gab es den großen Sprung nach oben.

Da geht es doch nicht mit rechten Dingen zu!

Ich will dabei die Höhe der Ölpreise gar nicht mal in Frage stellen und bewerten. Immerhin handelt es sich um ein Gut, das eine stetige Nachfragesteigerung bei sicherlich begrenzter Verfügbarkeit erfährt.
Aber wie die Märkte kurzfristig auf bestimmte Meldungen reagieren und wie wichtig die Charttechnik geworden ist, ist für mich leider schon lange nicht mehr nachvollziehbar.

Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass sich trotz der politischen und gesellschaftlichen Diskussionen über Banken-Zockerei und stärkere Reglementierung der Finanzmärkte, bisher nichts Entscheidendes getan hat und das (russische) Roulette sich munter weiter dreht.