Heizölpreis-Prognose 02/2017 bis 03/2017

Gepostet am 21. Feb. 2017 in News

Am Heizöl-Markt herrscht derzeit gähnende Langeweile. Bei den Verbrauchern, weil sich preislich zu gut wie nichts tut und doch alle auf deutlich fallende Preise im Frühjahr hoffen und bei den Händlern, weil die Umsätze, trotz des sehr kalten Januars, deutlich hinter denen des letzten Jahres zurück bleiben.

Derzeit bestellen meist nur Verbraucher, deren Tank trocken zu laufen droht.
Dabei wäre der Februar in der langfristigen Betrachtung eigentlich ein sehr günstiger Monat.
Doch in den Köpfen der Ölheizer spuken derzeit immer noch die Notierungen vor rund einem Jahr herum, die gut ein Drittel unter den aktuellen Preisen lagen. Preise von 80 Cent und mehr, wie sie in den Jahren 2011 bis 2014 ganz normal waren, sind vielfach längst vergessen.
Aus unserer Sicht durchaus verständlich, denn wie bereits in der Ölmarkt-Analyse erörtert, rechnen auch wir mit tendenziell eher fallenden Rohölpreisen.
Doch es gibt im Ölgeschäft auch noch den Einfluss der unterschiedlichen Währungen und bekanntlich wird Rohöl in US-Dollar abgerechnet. Das bedeutet wiederum, dass ein starker Euro unsere Importe verbilligt, ein schwacher die Heizölpreise gleichzeitig aber verteuert.
In der längerfristigen Betrachtung steht der US-Dollar im Vergleich zum Euro bereits auf einem relativ hohen Niveau.
Dies muss aber nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten, denn die harten Fakten sprechen derzeit klar für den „Greenback“.
Die US-Zinsen sind am steigen, die Wirschaft soll durch milliardenschwere Programmen angekurbelt werden, die eigene Ölindustrie boomt und der Euro droht gleichzeitig auseinander zu brechen.
War noch vo einiger Zeit Griechenland das größter Problem in der EU, so muss man sich heute zusätzlich mit ganz anderen Themen herumschlagen.
Der Brexit, die Wahl in Frankreich und das nach wie vor nicht gelöste Problem Griechenland werden eine harte Belastungsprobe für den Euro sein.
Der neue US-Präsident Trump könnte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, denn je stärker die Unsicherheit um sich greift, die durch seine wenig durchschaubare und sehr fahrig wirkende Politik entsteht, um so stärker könnte auch der Zusammenhalt innerhalb der EU werden. Denn nach „America first“ könnte es bald auch „Europe first“ heißen.
Doch kurzfristig rechnen wir eher damit, dass die Gemeinschaftswährung unter Druck bleiben und sich somit zumindest nicht positiv auf die Entwicklung der Heizölpreise auswirken wird.
Somit ist davon auszugehen, dass ein Teil des erwarteten Rückganges der Rohölpreise durch Währungsverluste wieder zunichte gemacht werden könnte.
Somit raten wir sicherheitsorientierten Verbrauchern, die in dieser Heizperiode nochmals nachtanken müssen, bald zu handeln um unnötige Aufschläge für eventuelle Eillieferungen zu vermeiden.
Ölheizer, die das Risiko nicht scheuen und noch genügend Heizöl im Tank haben, können durchaus weiter spekulieren und auf günstigere Notierungen im Frühjahr hoffen.