Heizölpreis-Prognose 09/2018 bis 10/2018

Gepostet am 18. Sep. 2018 in News

Richtig turbulent ging es am heimischen Heizöl-Markt zu, wo Anfang September die Nachfrage dann, nach einer extremen Sommerflaute, doch endlich ansprang.

Leider gab es zur gleichen Zeit aber einen Großbrand in der bayerischen Raffinerie Vohburg, bei dem zwar glücklicherweise niemand ums Leben gekommen ist, durch den aber die Versorgungslage vor allem in Süddeutschland komplett auf den Kopf gestellt wurde.
Viele Händler müssen seitdem auf die Raffinerie in Karlsruhe ausweichen, die aber aufrund der hohen Nachfrage bereits voll ausgelastet ist.
Zudem gestaltet sich der Nachschub über den Rhein sehr schwierig und kostenintensiv, da die Pegelstände aufgrund der extremen Trockenheit auf sehr niedrigem Niveau liegen und die Tanker bestenfalls nur zur Hälfte beladen werden können.
Entsprechend ging die Preisschere zwischen dem Norden und den Süden  seit Anfang September immer weiter auseinander!
Normalerweise beträgt die Preisdifferenz zwischen Bayern und Schleswig-Holstein maximal zwei bis drei Cent pro Liter, was mit den höheren Transportkosten zu tun hat.
Zwischenzeitlich stieg diese aber auf über zehn Cent pro Liter an!
Aber auch im Norden ging es mit den Notierungen, aufgrund der Versorgungsprobleme und der höheren Rohölpreise, nach oben und diese erreichten vor rund einer Woche den höchsten Stand seit knapp vier Jahren.
Die Mengenverschiebungen wirken sich hier dadurch aus, da Händler aus dem Süden bzw. der Mitte verstärkt auf Raffinerien und Tankläger weiter im Norden ausweichen müssen.
Auch vom Devisenmarkt kommt nach wie vor wenig Unterstützung. Zwar konnte sich der Euro im Vergleich zum US-Dollar von den Tiefständen von Mitte August wieder deutlich erholen, ingesamt steht die Gemeinschaftswährung in der mittelfristigen Betrachtung aber weiterhin auf einem recht niedrigen Niveau .
Alles in allem bleibt die Versorgungslage auch in diesen Tagen angespannt, obwohl die Nachfrage aufgrund der stark gestiegenen Preise in den letzten Tagen doch wieder etwas zurückgegangen ist.
Der nächste Schub steht aber bereits vor der Tür, denn ab Freitag haben die Wetterämter einen Temperatursturz prognostiziert, der massenweise die Heizungen in Betrieb gehen lassen wird.
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre heraus, dürfte dann die Zahl der Bestellungen wieder sprunghaft steigen und es muss mit einer weiteren Verlängerung der derzeit noch relativ normalen Lieferzeiten gerechnet werden.
Wir gehen davon aus, dass es bei den Rohölpreisen auch in den nächsten Wochen wenig Luft nach unten geben wird und auch die Pegelstände auf niedrigem Niveau bleiben werden.
Somit rechnen wir beim Heizölpreis auf Sicht von vier Wochen bestenfalls mit einem Seitwärtstrend.
Wer knapp bei Tank ist, sollte nicht weiter warten und die aktuell etwas ruhigere Marktphase zum Nachtanken nutzen.