Jedes Jahr der gleiche Zinnober!

Gepostet am 30. Nov. 2010 in Blog

Kann denn keiner mehr auch nur ein paar Wochen im Voraus denken?

Die Frage drängt sich auf, wenn man das aktuelle Zinnober um die Winterreifen mitbekommt. „Winterreifen sind in Hannover derzeit Mangelware“ hieß es vor ein paar Tagen in der Hannoverschen Allgemeinen!
Ausverkauft! Nicht mehr lieferbar. Lieferzeit sechs Wochen!

Gar nicht lieferbar hieß es bei mir, als ich Winterreifen für mein soeben erhaltenes Auto kaufen wollte.
„Da gibt es noch gar keine Winterreifen, das ist ja ein neues Modell“ sagte mir mein Reifenhändler am Telefon.

Ja super, das versteh ich natürlich! Das ist ja ganz überraschend vom Himmel gefallen und der Winter kommt heuer auch schon Ende November/Anfang Dezember. Damit konnte nun wirklich keiner rechnen!

Entschuldigung, aber die Reifenhersteller müssten doch schön langsam wissen, dass Winterreifen im Winter gebraucht werden, oder seh ich da was falsch? Und wie viele in welcher Größe in etwas gebraucht werden, müsste doch auch rauszufinden sein!

Auch beim Heizölgeschäft geht es jetzt wieder rund, gerade jetzt, wo die Straßen verschneit und die Temperaturen im Keller sind.
Seit Wochen predigen nicht nur wir, dass die Heizölpreise heuer voraussichtlich weiter ansteigen werden. Doch niemand wollte es anscheinend wahrhaben!
Jetzt wird zu Jahreshöchstkursen bestellt, was das Zeug hält und die Lieferzeiten werden natürlich wieder länger.

Aber man kann von keinem Händler verlangen, dass er ein oder auch mehrere Fahrzeug nur für ein paar „närrische“ Wochen das ganze Jahr bereithält. Das würde seine Existenz gefährden! Und möglichst billig soll er ja auch liefern können.

Also werden Überstunden gemacht und auch am Samstag wird ausgefahren, was das Zeug hält, was ja auch richtig ist, denn flexibel sind wir ja, das haben wir in letzter Zeit zur Genüge bewiesen. Ich will nur die Stichwörter „Kurzarbeit“ und „Arbeitszeitflexibilisierung“ nennen …

Aber irgendwie fordern wir von Wirtschaft und Politik – auch zu Recht – langfristiges Denken und nachhaltiges Wirtschaften, sind aber selber dazu offenbar immer weniger bereit!

Vielleicht liegt es ja daran, dass man das, was von einem selbst gefordert wird, man auch gerne selber wieder einfordert?