Ölmarkt-Analyse April 2016

Gepostet am 19. Apr. 2016 in News

Seit Mitte Januar diesen Jahres ist am Ölmarkt ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Die Notierungen sind seither um über 50 Prozent gestiegen!

Der Hauptgrund hierfür war der Ölpreis selbst, denn bei Kursen unter 30 US-Dollar je Barrel ging vielen Ölproduzenten, vor allem an den Fracking-Standorten in Nordamerika mussten viele Produktionsstätten geschlossen werden oder gingen pleite.
Eine weiterer Faktor und gleichzeitig Hoffnung der Ölförderländer war aber sicherlich das am letzten Sonntag in Doha anberaumte Treffen wichtiger OPEC-Länder mit Russland. Ziel war, die Fördermengen auf das Niveau vom Januar diesen Jahres „einzufrieren“.
Man scheiterte kläglich und es ist zu befürchten, dass dies auch der Todesstoß für die OPEC selbst gewesen sein könnte.
Doch warum sollte das schlimm sein und welche Folgen könnten für uns daraus entstehen?
In vielen, ja den meisten Ölförderländern gibt es keine stabilen Demokratien, sondern Diktaturen, die sich in den letzten Jahren den Frieden in der Bevölkerung durch die reichlich sprudelnden Einnahmen aus dem Geschäft mit dem schwarzen Gold mehr oder weniger erkaufen konnten.
Dies dürfte bei den aktuellen Ölpreisen wohl endgültig vorbei sein und es drohen deshalb massive Unruhen, Bürgerkriege und die Destabilisierung ganzen Region im Nahen Osten, aber auch in Afrika und Latainamerika.
Ein aktuelles Beispiel ist der Ölarbeiterstreik in Kuwait, der seit gestern fast die komplette weltweite Überversorgung vom Markt nimmt und die Preise vorübergehend wieder anziehen lässt.
Ein wieder fallender Ölpreis könnte somit auch zur Folge haben, dass es, neben einer nicht abschätzbaren politischen Eskalation, mittelfristig zu einer plötzlichen Unterversorgung kommen könnte und die Notierungen dann wieder kräftig und unkontrollierbar anziehen.
Doch vielleicht funktioniert der Markt mittlerweile auch ohne regulierende Eingriffe und die Notierungen setzen ihren Konsolidierungskurs der letzten Wochen und Monate weiter fort.
Wir rechnen tendenziell eher mit fallenden Notierungen wobei wir bezweifeln, dass die alten Tiefstände vom Januar diesen Jahres nochmals erreicht werden können.
+ preistreibende Faktoren
  • US-Ölbestände stabilisieren sich und Anzahl der Ölprojekte stehen auf niedrigem Niveau
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten
  • Ölarbeiterstreik in Kuwait

– preisdrückende Faktoren

  • stark überversorgte Marktlage – Fracking, Ende Ölembargo Iran, hohe Ölbestände
  • Olförderländer kämpfen um Marktanteile
  • Konjunktursorgen in China und anderen großen Wirtschaftsräumen
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz – stagnierender Verbrauch