Ölmarkt-Analyse März 2016

Gepostet am 21. Mrz. 2016 in News

Heimlich still und leise sind die Rohölpreise der europäischen Ölsorte „Brent“ in den letzten acht Wochen um über 40 Prozent nach oben geklettert , wofür es gleich mehrerer Gründe gab.

So ist die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in den USA aufgrund des massiven Preisverfalls  deutlich zurückgegangen und gleichzeitig auch die Fördermenge , wenngleich diese deutlich weniger, als zu vermuten gewesen wäre.
Entsprechend schwächer fielen zuletzt auch die Aufbauten bei den US-Ölbeständen aus und in der letzen Woche gab es erstmals sogar einen leichten Rückgang.
Vor allem psychologisch von enormer Bedeutung sind aber die immer konkreter werden Bemühungen um eine Begrenzung der Ölfördermengen .
Wichtige OPEC-Staaten wollen sich am 17. April in Doha treffen, um eine „Einfrierung“ der Produktion auf Januar-Niveau zu beschließen.
Dass hier der Iran nicht mitspielen wird, scheint dabei nun kein Hinderniss mehr zu sein!
Sollte es tatsächlich zu einer „harten“ Mengenbegrenzung kommen und sich gleichzeitig die globale Konjunktur wieder fangen oder gar erholen können , könnte dies tatsächlich zu einer mittelfristigen weiteren Erholung der Ölpreise führen .
Allerdings gibt es seit einiger Zeit die durchaus neue Erkenntnis , dass es in der Ölindustrie auch enorme Effizienssteigerungen und Kosteneinsparungen gegeben hat , die vor allem die nordamerikanischen Schieferöl-Industrie länger im Markt halten könnte, als dies den etabilierten Ölförderländern lieb sein wird.
Teilweise sollen auch bei Kursen um 30 US-Dollar pro Barrel noch positive Deckungsbeiträge erzielbar sein.
Wir rechnen deshalb eher damit, dass die Rohölpreise in den nächsten Wochen und Monaten wieder zurückkommen werden und sich OPEC und Co. nicht auf das einigen können, was für eine nachhaltige Stützung des Ölpreises notwendig wäre.
+ preistreibende Faktoren      
  • Bemühungen wichtiger Ölförderländer Fördermengen zu kürzen
  • US-Ölbestände stabilisieren sich und Anzahl der Ölprojekte stehen auf niedrigem Niveau
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren   

  • stark überversorgte Marktlage – Fracking, Ende Ölembargo Iran, hohe Ölbestände
  • Olförderländer kämpfen um Marktanteile
  • Konjunktursorgen in China und anderen großen Wirtschaftsräumen
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz – stagnierender Verbrauch