Ölmarkt-Analyse März 2019

Gepostet am 19. Mrz. 2019 in News

Auch wenn das erste Quartal im Bezug auf den globalen Ölverbrauch das nachfrageschwächste ist, so hat sich an der knappen Versorgungslage der letzten Zeit wenig geändert.Natürlich haben die am Förderabkommen beteiligten Länder durch die Krise in Venezuela in ihren Kürzungsbestrebungen Unterstützung erhalten, doch auch so scheint es, als habe die OPEC und vor allem Saudi-Arabien den Ölmarkt derzeit gut im Griff.Dies zeigt sich deutlich an der Entwicklung der Rohölpreise der letzten Wochen.

Erst vor ein paar Tagen trafen sich die Ölminister von OPEC und Co. zu einem technischen Meeting in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku und hier wurde konstatiert, dass die vereinbarten Förderquoten auch im März zu über 100 Prozent eingehalten wurden. Da es zudem eine große Übereinstimmung innerhalb der OPEC+ Gruppe gibt, die Anfang Dezember beschlossene Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel im Bezug auf die Oktober-Förderung bis mindestens zur Jahreshälfte aufrecht zu erhalten, wurde das für den 17. und 18. April anberaumte Meeting in Wien kurzerhand abgesagt. Somit wird man sich erst wieder im Rahmen der nächsten OPEC-Vollversammlung Ende Juni treffen um über das weitere Vorgehen zu beraten.
Dies ist nicht nur aus Sicht der OPEC im Bezug auf stabile Ölpreise auch dringend nötig, denn die USA baut die Schieferölindustrie weiter konsequent aus und ist mit einer täglichen Fördermenge von über 12 Millionen Barrel pro Tag mittlerweile der mit Abstand größte Ölförderer der Welt. Innerhalb von nur zehn Jahren haben die Amerikaner ihren Ausstoß mehr als verdoppelt.Im Gegensatz dazu reduzierte allein Saudi-Arabien seine Produktionsmenge von 12,4 Mio. Fass im Jahr 2016, auf aktuell unter 10 Mio. Barrel pro Tag  – auch wenn das dem US-Präsident Trump bekanntlich gar nicht gefällt.
Doch im Blick auf eine nachhaltige globale Ölversorung ist ein stabiler Ölpreis von enormer Wichtigkeit, denn nur so können notwendige Investitionen in bestehende Förderanlagen getätigt und Neuerschließung von Fördergebieten langfristig finanziert werden.Am Beispiel Venezuelas sieht man sehr deutlich was passiert, wenn dies nicht geschieht.
Auch wenn wir eingangs von einer knappen Versorgungslage gesprochen haben, muss man sich derzeit aber keine Gedanken wegen eventuell stark steigender Ölpreise machen, denn es gibt gerade innerhalb der OPEC mittlerweile natürlich wieder ausreichende Reservekapazitäten und auch aus Kanada wird demnächst wieder deutlich mehr Öl kommen, die eine im zweiten Quartal wieder steigende Nachfrage bedienen kann.
Diese wird sich wohl, trotz der globalen Konjunkturschwäche, weiterhin relativ stabil entwickeln, vor allem wenn der Handelsstreit zwischen den USA und China ein Ende finden würde, wonach es derzeit durchaus auch aussieht. Zumindest hat die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose zur weltweiten Ölnachfrage nicht verändert.
Nach jetzigem Stand der Dinge dürfte sich aufgrund der Regulierung von OPEC und Co. bei den Rohölpreisen auch in den nächsten Wochen wenig ändern. Wir sehen wenig Luft nach unten, erwarten aber auch keine gravierenden Preissteigerungen, sodass es von dieser Seite recht stabile Vorgaben für den heimischen Heizöl-Markt geben sollte.

+ preistreibende Faktoren   

  • OPEC und Co. setzen Förderkürzungen konsequent um
  • Krise in Venezuela    
  • politische Risiken in wichtigen Ölförderländern
  • Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA
  • Ölverbrauch in China und Indien steigt weiter deutlich an       

– preisdrückende Faktoren

  • Global schwache Konjunkturentwicklung    
  • Boomende US-Schieferölindustrie
  • Zusätzliche Mengen aus Kanada und Libyen 
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz