Ölmarkt-Analyse April 2015

Gepostet am 21. Apr. 2015 in News

Vor einem Jahr standen die Rohölpreise bei rund 110 US-Dollar pro Barrel und wohl kaum jemand hätte es für möglich gehalten, dass sich die Notierungen innerhalb weniger Monate mehr als halbieren.

In letzter Zeit ist aber wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten und dieser hat durchaus seine Gründe.

Es war nicht schwer zu prognostizieren, dass ein fallender Ölpreis auch eine sinkende Förderung nach sich ziehen wird.
Uns hat lediglich überrascht, wie lange dies gedauert hat bzw. immer noch andauert, denn an der generell überversorgten Marktlage hat sich kaum etwas geändert.
Was sich jedoch geändert hat sind die Meldungen über die Anzahl aktiver Bohranlagen in den USA, die Woche für Woche nach unten korrigiert werden.

Nun scheint sich dies auch allmählich auf die phyischen Bestände auszuwirken, denn in der letzten Woche lagen die US-Ölvorräte erstmals seit längerer Zeit wieder einmal unterhalb der Erwartung der Analysten.

Prompt folgte ein kräftiger Preisanstieg, der auch durch das immer noch nicht endgültig zustande gekommen Atom-Abkommen mit dem Iran beflügelt wurde.
Es scheint durchaus möglich zu sein, dass die schon fest einkalkulierten Mengen aus Persien nun doch nicht so schnell auf den Markt kommen werden.

Die geopolitschen Risiken, die nun auch um das Gebiet Jemen/Saudi Arabien erweitert werden müssen, sind ein weiterer latenter Belastungsfaktor.

Auf der anderen Seite sprudelt das Öl, vor allem aus Russland und den OPEC-Ländern, die sich bislang nicht zu Förderkürzungen durchringen können, aus vollen Rohren und auf der Nachfrageseite bleiben die Erwartungen verhalten, sodass auch in den nächsten Wochen keine großen Veränderungen zu erwarten sind.

Neue Tiefstände sind aus unserer Sicht aber höchst unwahrscheinlich!

+ preistreibende Faktoren

  • viele Produktionsstätten (vorübergehend) geschlossen
  • Atomabkommen mit Iran weiter unsicher
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten und in der Ukraine
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren

  • überversorgte Marktlage – Stichwort „Fracking“
  • OPEC greift nicht regulierend ein
  • geringes globales Wirtschaftswachstum
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz