Ölmarkt-Analyse August 2015

Gepostet am 18. Aug. 2015 in News

Auch wenn der Markt im Vorfeld schon Vieles vorwegnahm, das nun endlich zustandegekommen Atom-Abkommen mit dem Iran und die zumindest vorläufige Lösung in der Griechenland-Krise sorgten nochmals für einen deutlichen Rücksetzer der internationalen Ölpreise.

 Binnen weniger Tage sackten die Brentöl-Notierungen um rund 8 Dollar pro Barrel oder fast 15 Prozent ab, sodass die Allzeittiefstände vom Januar diesen Jahres in greifbare Nähe gerückt sind.
Dass die Luft in dieser Region jedoch sehr dünn wird, zeigte die Anzahl der aktiven Bohranlagen in den USA, die regelmäßig vom Ölförder Baker Hudges „monitort“ werden.
Diese lag vor einem Jahr, also noch vor dem großen Ölpreisverfall, bei 1.589 Einheiten, mittlerweile sind es gut 900 Anlage weniger!
Mehr als eine Halbierung!
Zwar kommen derzeit wieder zaghaft einige hinzu, doch man kann erkennen, bei welchem Preisniveau die Schmerzgrenze liegt, also die Rentabilität beim Betrieb verlorengeht.
Der Druck der hohen Fördermengen wird bis auf weiteres aber wohl bestehen bleiben, denn bislang gibt es keine Anstrengungen, vor allem  seitens der OPEC, den Ausstoß zu drosseln.
Und so ist auch nicht auszuschließen, dass die Rohölpreise kurzfristig noch weiter absacken und in Folge einige Ölgesellschaften wohl auch Pleite gehen werden.
Erst dann können die Notierungen  vermutlich wieder nachhaltig anziehen, es sei denn es kommen schon vorher derzeit noch unverhersehbare politische Ereignisse ins Spiel.
 
+ preistreibende Faktoren 

  • viele Produktionsstätten geschlossen bzw. kaum mehr rentabel
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren 

  • überversorgte Marktlage – Stichwort „Fracking“
  • OPEC greift nicht regulierend ein
  • Öl aus dem Iran kommt zusätzlich auf den Markt
  • geringes globales Wirtschaftswachstum
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz