Ölmarkt-Analyse Februar 2016

Gepostet am 18. Feb. 2016 in News

Wer soll das noch verstehen? Die Aktienkurse steigen, weil die Ölpreise sich verteuern!

Aber es hat sich einiges getan in den letzten Jahren und die Wirtschaft und auch wir Bürger hatten gelernt, mit hohen Rohölpreisen umzugehen . Der große Profit der Ölförderländer wurde wieder fleißig in westliche Güter reinvestiert und alle waren zufrieden.

Doch jetzt bereitet der niedrige Ölpreis plötzlich Probleme , denn es drohen Pleiten ganzer Staaten und auch die ohnehin schon negative Teuerungsrate könnte noch größer werden – Deflation!
Nur wir Verbraucher freuen uns beinahe täglich, wenn wir an der Tankstelle vorbei- und vor allem in sie hineinfahren und auch wenn der Heizöl-Tank wieder ein kleine Füllung vertragen kann!
Wer meint, dabei auf noch günstigere Preise spekulieren zu müssen, wird – wenn überhaupt – nur spärlich belohnt werden, denn die Luft nach unten ist recht dünn geworden.
Seit Wochen bilden die Rohölpreise einen Boden aus und es sind auch immer wieder Ausbruchsversuche zu beobachten, die genährt sind von Spekulationen über eine mögliche Reduzierung der Fördermengen.
Zwar sind bisher alle, allerdings auch noch sehr jungen Versuche gescheitert , doch das Thema wird uns sicherlich auch die nächsten Wochen und Monate begleiten und erst gestern kündigte der iranische Ölminister plötzlich und unerwartet an, dass seine Land Aktionen zur Stabilisierung der Ölpreise unterstützen werde, was völlig neue Töne sind!
Die Rohölpreise zogen darauf hin spontan und kräftig an!
Unabhängig davon geht immer mehr Ölproduzenten die Luft aus und ein längerfristiges Förderung unterhalb der Rentabilitätsgrenzen dürfte noch viele Opfer in der Ölbranche fordern.
Auf der anderen Seite bleibt die Nachfrageseite schwach und die globale Weltwirtschaft steht mit den Problemen in China, Brasilien auf der Kippe .
Die Zeiten mit einem kräftigen steigenden Ölverbrauch scheinen zumindest vorläufig vorbei zu sein und so wachsen die Bestände immer weiter an.
Wir sehen auf aktuellem Niveau einen breit angelegten Seitwärtstrend , der sich durchaus noch einige Wochen, wenn nicht Monate hinziehen könnte. Dabei kann es natürlich immer wieder mal zu kurzen Ausbrüchen nach oben oder unten kommen, die aber nicht lange Bestand haben dürften.
+ preistreibende Faktoren         

  • viele Produktionsstätten und Förderregionen unterhalb der Rentabilitätsgrenze
  • Bemühungen wichtiger Ölförderländer Fördermengen zu kürzen
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten – Syrien-Krieg, Terror
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren        

  • stark überversorgte Marktlage – Fracking, Ende Ölembargo Iran, hohe Ölbestände
  • Olförderländer kämpfen um Marktanteile
  • Konjunktursorgen in China und anderen großen Wirtschaftsräumen
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz – stagnierender Verbrauch