Ölmarkt-Analyse Januar 2016

Gepostet am 19. Jan. 2016 in News

Jede Übertreibungsphase an der Börse ist gefährlich – egal ob diese nach oben oder unten ausartet!

Derzeit haben wir es zweifelsohne mit einer irrationalen Bewegung nach unten zu tun, die das Ergebnis eines kompromisslosen Strebens nach Marktanteilen ist.
Marktanteile, die OPEC-Länder in den letzten Jahren an Nordamerika verloren hat, das sich durch intensives Fracking derzeit nicht nur selber versorgen, sondern auch noch Öl exportieren könnte.
Marktanteile, die auch der Iran durch die verhängten Sanktionen aufgrund des Atomstreits verloren hat und so weiter ….
Das Ergebnis sehen Sie hier in der mittelfristigen Betrachtung, langfristig stehen wir auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2003!
Dazu beigeragen hat in letzer Zeit sicherlich nicht ganz unwesentlich auch China, wo die Börse gechrasht ist und der Yuan achtmal in Folge abgewertet wurde.
Das „Reich der Mitte“ war der weltweite Wachstumsmotor der letzten Jahre und sorgte für einen stetig steigenden globalen Ölverbrauch.
Da es sich bei der derzeitigen Ölpreisentwicklung – wie bereits erwähnt – aus unserer Sicht um eine irrationale Bewegung handelt, ist es sehr schwer vorherzusagen , wann diese eine Ende haben wird.
Bei Preisen unter 30 US-Dollar pro Barrel müsste die Angebotsmenge eigentlich von selbst langsam geringer werden.
Dies ist bislang aber anscheinend nicht der Fall, denn zumindest in den USA steigen die Lagerbestände permanent weiter an.
Auch die Anzahl der aktiven Bohranlagen in Nordamerika geht nur sehr zögerlich zurück.
Man muss kein Prophet sein um zu prognostizieren, dass in der Branche eine Pleitewelle droht , die nicht nur einzelne Firmen, sondern auch ganze Staaten treffen könnte.
Daher sehen wir die Entwicklung mit einem weinenden und einem lachenden Auge und hoffen, dass die Auswirkungen beherrschbar bleiben.
Ein weiteres deutliches Abrutschen der Rohölpreise kann nur noch von kurzer Dauer sein und wir rechnen damit, dass Notierungen unterhalb der 30-Dollar-Marke nicht lange Bestand haben werden.
+ preistreibende Faktoren       

  • viele Produktionsstätten und Förderregionen nahe an der Rentabilitätsgrenze
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten – Syrien-Krise, Terror
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren         

  • extrem überversorgte Marktlage – Fracking, Ende Ölembargo Iran
  • OPEC fördert immer mehr und kämpft um Marktanteile
  • Konjunktursorgen in China und anderen großen Wirtschaftsräumen
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz