Ölmarkt-Analyse November 2015

Gepostet am 17. Nov. 2015 in News

Der Ölmarkt ist weiterhin überversorgt und so wie es derzeit aussieht, wird sich daran so schnell auch nichts ändern.

Die Preisentwicklung der letzten Wochen spiegelt dies sehr schön wider.
Auf der Angebotsseite gibt es keinerlei Anzeichen und ernsthafte Bestrebungen (auch seitens der OPEC), die Fördermengen zu reduzieren.
So meldete beispielsweise das Service-Dienstleister Baker Hughes am vergangenen Wochenende erstmals seit 11 Wochen wieder einen Anstieg der Anzahl der aktiven Bohranlagen in den USA.
Der Kampf um Marktanteile geht also unvermindert weiter und man darf gespannt sein, welche Auswirkungen dies haben wird.
Kurzfristig könnten die Ölpreise dadurch sicherlich auf sehr niedrigem Niveau bleiben , doch langfristig werden sich die dadurch fehlenden Investitionen sicherlich negativ auswirken, denn hier ist der Markt aufgrund der Komplexität sehr träge.
Die Nachfrage bleibt derweil  verhalten auf stabilem Niveau . In ihren jüngsten Monatsberichten beließen das US-Energieministerium (EIA) und die Internationalen Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris ihre Prognosen für dieses und nächstes Jahr unverändert.
In allen großen Wirtschaftsräumen zeigt sich die Konjunkturentwicklung zuletzt verhalten , aber doch recht stetig.
Somit ist davon auszugehen, dass die Rohölpreise auch weiterhin auf ihrem sehr attraktiven Niveau bleiben , immer vorausgesetzt es gibt keine größeren politischen Wirrungen.
Allerdings dürfte die Luft nach unten bei Preisen unterhalb von 50 US-Dollar je Fass sehr dünn sein.
+ preistreibende Faktoren    

  • viele Produktionsstätten (nicht nur in Nordamerika) nahe an der Rentabilitätsgrenze
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten – Syrien-Krise, Terror
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren     

  • überversorgte Marktlage – Stichwort „Fracking“
  • OPEC greift bislang nicht regulierend ein und korrigiert Förderquote nach oben
  • Konjunktursorgen in China und anderen großen Wirtschaftsräumen
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz