Ölmarkt-Analyse Oktober 2014

Gepostet am 21. Okt. 2014 in News

Hatten nicht wenige weise Wirtschaftsexperten noch vor einigen Jahren eine Verknappung bei Rohöl und Barrelpreise jenseits der 200-Dollar-Marke prognostiziert, gibt es mittlerweile – trotz des zwischenzeitlichen Aufstieges Chinas zur zweitgrößen Wirtschaftsmacht der Welt –  soviel „schwarzes Gold“, dass es vom Markt derzeit kaum aufgenommen werden kann.

Die Folge ist der größte Ölpreisverfall seit Sommer 2008, als damals die Wirtschaftskrise ihren Anfang nahm.

Während auf der Angebotsseite immer mehr Fracking-Öl aus Nordamerika und steigende Mengen vom Irak, und seit kurzem auch wieder von Libyen bereitgestellt werden, steigt der Öldurst Chinas sicherlich nicht ins Unermessliche und Europa hat in den letzten Jahren nicht nur enorme Fortschritte in der Energie-Effizienz gemacht, sondern auch immer noch mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen.

So wurden in den letzten Monatsberichten des US-Energieministeriums, der IEA (Internationale Energieagentur) und der OPEC, die Prognosen für die globale Ölnachfrage wieder unisono nach unten korrigiert.

Die OPEC, die sich in den letzten Jahren aufgrund des enormen Wachstums in China bzw. den BRIC-Staaten nur wenig Gedanken um Förderkürzungen machen musste, ist wohl jetzt gefordert, sich derzeit aber (noch) nicht einig!

So wird es sicherlich sehr spannend bleiben, wie sich der Markt weiterentwickeln wird, aber sehr viel Luft für einen weiteren nachhaltigen Rückgang dürfte es aufgrund der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Förderkosten nun wohl wirklich nicht mehr geben.

+ preistreibende Faktoren

  • Terror bzw. Bedrohung durch die Organisation „IS“
  • latente politische Unsicherheiten im Nahen Osten
  • extremst niedrige Zinsen, Kapital sucht Anlagemöglichkeiten

– preisdrückende Faktoren

  • überversorgte Marktlage – Stichwort „Fracking“
  • Rücknahme der Nachfrageprognosen
  • schwaches globales Wirtschaftswachstum
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz