Rette sich wer kann!

Gepostet am 6. Okt. 2010 in Blog

Dem ein oder anderen sehr aufmerksamen (Heizöl-) Marktbeobachter wird vielleicht aufgefallen sein, dass wir als „Preis treibenden Faktor“ seit Mai diesen Jahres in unseren Newsletter den Punkt „Inflationsschutz Öl“ mit aufgenommen haben.

Wer damit bisher vielleicht wenig anfangen konnte, erfährt nun in aller Schärfe, was hier gemeint war.
Viele Notenbanken – und allen voran die FED – werfen seit längerem Geld in Hülle und Fülle auf dem Markt, um die weiterhin recht müde Wirtschaft in Gang zu halten und obendrein mit einer durchaus gewollten Inflation, die angehäuften Schuldenberge los zu werden, was aber sicherlich nicht die offizielle Version ist.

Da nun dadurch der US-Dollar, ähnlich wie die Abwehr des FC Bayern München, als „sichere Bank“ nicht mehr taugt, suchen Anleger nach neuen Möglichkeiten der soliden Geldanlage, die aber momentan so rar sind, wie wiederum die Tore des FC Bayern.

Wer beispielsweise meint, der Euro hat in letzter Zeit doch gut performt, der soll sich mal die Entwicklung zum soliden Schweizer Franken und zum kanadischen oder australischem Dollar ansehen – da sieht die Sache schon wieder etwas anders aus.

Um es nun endlich auf den Punkt zu bringen, findet derzeit ganz einfach eine Flucht in Rohstoffe bzw. Rohstoff gedeckten Währungen statt, um der Abwertungsspirale zu entkommen. Es rette sich wer kann!
Und da steigt nicht nur Gold und Silber, sondern auch Öl, was ja im Vorkommen auch irgendwo begrenzt ist, auch wenn das entdeckten und förderbaren Vorkommen und die am Markt befindlichen Mengen so groß wie kaum zuvor sind.

Aber wenn die großen Geldströme fließen, spielen Fundamentaldaten eher eine untergeordnete Rolle.

Auf der Strecke bleibt wieder einmal der kleine Mann, dessen Erspartes (und das betrifft leider meist auch die Altersvorsorge) immer weniger wert wird und der über die Inflation zusätzlich die Zeche zahlt.

Gut dass die Notenbankpressen mit Strom laufen, sonst müssten wir als neuen Punkt unter „Preis treibende Faktoren“ noch den „hohen Ölverbrauch der Gelddruckmaschinen“ aufnehmen.