Heizöl-Weblog Archiv April 2007


FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.

 

Dienstag, 24. April 2007

Strom aus der Steckdose

Nein, es ist kein Klischee! Es muss Wahrheit sein, dass manche, oft wohl noch etwas jüngere Mitmenschen anscheinend manche Zusammenhänge nicht mehr ganz verstehen - so nach der Art "die Milch kommt nicht von der Kuh, sondern aus der Milchtüte".

Anders kann ich mir einfach nicht erklären, wie kürzlich eine, vielleicht noch nicht ganz so erfahrene Wettervorher(wahr)sagerin in einem sehr bekannten bayerischen Radiosender nach gut dreiwöchiger Trockenheit im April, mit täglichen Sonnenschein und steppeartigem Landschaftsbild, das sie wahrscheinlich vor lauter Hochhäuser und Autobahnen nicht zu sehen bekommt, in etwa Folgendes "on Air" schickte:
"Morgen ziehen dicke Wolken auf, aus denen dann leider vereinzelt auch Regen fällt. Aber übermorgen und zum Wochenende hin wird es dann aber Gott sei Dank schon wieder freundlich mit Temperaturen bis nahe an die 30 Grad".

Vielleicht hat sie ja einfach nicht darüber nachgedacht, dass vier Wochen Sonnenschein im April bei 20 bis 30 Grad nicht normal sind und die Vegetation gerade im Frühjahr zum Wachsen und Gedeihen hin und wieder auch mal einen Tropfen Wasser benötigt.
Vielleicht weiß Sie einfach nicht, dass wenn es nicht bald wieder regnet, die Landwirtschaft vor einer Missernte steht, mit möglich gravierenden Auswirkungen auf die Lebensmittel- und in bestimmten Segmenten auch Energiepreise und der ohnehin kranke Wald vom Borkenkäfer zerfressen wird.
Sicher hat sie es auch nicht böse gemeint, sondern nur gut mit ihren Yuppie-Kollegen, die auch am Wochenende wieder Cabriofahren und ne Grillparty schmeißen wollen.

Mich persönlich ärgert so eine egoistisch-naive öffentlich geäußerte Kurzsichtigkeit aber doch ein wenig mittelstark. Auch wenn`s vordergründig nichts mit Energie oder Heizöl zu tun hat.

 

Freitag, 13. April 2007

Wie wird das Wetter?

Das Wetter über einen Zeitraum von mehr als einer Woche vorherzusagen, ist ungefähr so schwer, wie die Ölpreise für die nächsten Stunden zu prognostizieren.
Aber halt - US-Klimaforscher sagen schon jetzt eine heftige Hurrikansaison voraus, die so richtig aber erst im August beginnt.
Bohhh ehhh!

Aber die können das, da bin ich mir ganz sicher. Die haben das ja auch schon im letzten Jahr gekonnt.
Oder doch nicht? - letztes Jahr war doch gar nix grösseres mit Hurrikans!?

Egal, die Prognose ist natürlich wissenschaftlich fundiert untermauert, wird nur von denen bezweifelt, die das Gegenteil errechnet haben und bereits heute in die künftige Ölpreisentwicklung eingebaut.
Denn wer in den Schlagzeilen sein will, der muss Katastrophen ankündigen!

Und mal ehrlich - taktisch ist es doch auch gar nicht mal so dumm, wenn man der Falschaussage bezichtigt, auf die allgemeine Erleichterung über das Nichteintreten verweisen kann, sich zurücklehnt und sich denkt "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?".
Seid doch froh, dass nichts passiert ist! Lieber einmal zu oft gewarnt! Nächstes Jahr wird`s bestimmt schlimmer, das wissen wir heute schon ;-)

 

Donnerstag, 05. April 2007

Neue Energieversorgung - eine Frage der Sichtweise

Kürzlich durfte ich auf einem Energiekongress mit einem Vertreter der Bio-Energie-Branche sprechen. Das spannende Thema: Wieviel unseres Energiebedarfes kann durch regenerative bzw. nachwachsende Quellen gedeckt werden?
Ja, so 20 Prozent müssten mittelfristig schon drin sein, sagte dieser. Mehr aber auch nicht.

Ein guter Freund kommt aus der Chemiebranche und erzählt, wie groß die Bestrebungen hier sind, nachwachsende Rohstoffe einzusetzen. Dadurch wäre es möglich auf einen großen Teil fossiler Energieträger zu verzichten so z.B. bei Dämmstoffen, Kunststoffartikeln usw.

Aus der Lebensmittelindustrie ist zu vernehmen, dass der Anteil pflanzlicher Inhaltsstoffe in den nächsten Jahren massiv zunehmen wird. Natürlich aus der heimischen Landwirtschaft.

Jeder für sich genommen hat sicher Recht und verfolgt ehrbare Ziele - doch blöd wenn keiner die Vorhaben der anderen kennt oder bewusst ignoriert.

Theoretische Potenziale zu berechnen ist eben auch eine Frage der Sichtweise. Dabei nicht über den Tellerrand zu schauen ein potenzieller theoretischer Fehler.

Interessant zu sehen, wer wann zurückrudert.