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Marktbericht vom 11.05.2006
Obwohl die gestern veröffentlichten Lagerbestandsdaten aus den USA erneut besser als erwartet ausgefallen sind, stiegen die Öl-Futures am Abend zu Börsenschluss noch mal kräftig an.
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Aktuell notieren die Kontrakte auf WTI-Rohöl bei rund 72,50 US-Dollar pro Barrel, Nordseeöl "Brent" wird in London nahe der 73-Dollar-Marke gehandelt. Der Dollar erholt sich im Verhältnis zum Euro auf Werte um 78,8 Euro-Cent.
Fundamentale Gründe sind für den jüngsten, deutlichen Preisanstieg nicht auszumachen.
Im Atom-Konflikt mit dem Iran gibt es keine richtungweisenden Neuigkeiten, die Lagerbestände stiegen - wie schon in der Vorwoche - erneut an und auch sonst gab es am Ölmarkt keine belastenden Nachrichten.
Hingegen ist ein sich verstärkender allgemeiner Trend zu Investitionen in Rohstoffwerte feststellbar. Gold erreichte mit über 700 US-Dollar pro Feinunze ebenso neue Rekordwerte wie Kupfer oder eben auch vor einigen Wochen Rohöl. Nach dem Motto "the trend is your friend" investieren auch immer mehr Privatanleger in Rohstoffpapiere bzw. Rohstoff-Fonds, was die Spekulationsblase immer weiter anwachsen lässt.
Natürlich gibt es mit dem stetigen Nachfrageanstieg hier auch einen fundamentalen Hintergrund, doch ob der ausreicht, um diese Hausse auch noch mittelfristig zu nähren, darf bezweifelt werden. Denn die hohen Ölpreise werden sich zwangsläufig - auch über ein Ansteigen der Inflation und damit einhergehenden Zinserhöhungen - auf das weltweite Wirtschaftswachstum auswirken, was dann wiederum die Nachfrage bremsen und die Preise ins Rutschen bringen dürfte.
Aber noch scheint der Trend intakt zu sein und es gibt aufgrund der ungelösten politischen Probleme keinen Grund für die Anleger, aus den Investments auszusteigen.
Um die steigende Inflation zu bekämpfen, hat die US-Notenbank den Basiszins gestern um weitere 0,25 Prozent angehoben, was dem Dollar etwas unter die Arme gegriffen hat. Allerdings wird bereits im Juli der nächste Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet.
Die Heizölpreise ziehen aufgrund der stark gestiegenen Rohölpreise kräftig an. Nur dank des sehr starken Euros konnten bisher neue Rekordstände vermieden werden. Wann diese jedoch erreicht werden, scheint derzeit lediglich eine Frage der Zeit zu sein.
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Die anhaltend hohen Ölpreise scheinen erste Auswirkungen auf die weltweite Nachfrageentwicklung zu nehmen, was die Märkte zumindest kurzfristig etwas entlastet.
Auch in dieser Woche wird der Atomkonflikt mit der Iran die Ölmärkte weiter in Atem halten und den Märkten kaum eine Chance für eine weitere Preisentspannung geben.