Ölmarkt-Analyse März 2018

Gepostet am 27. Mrz. 2018 in News

US-Präsident Donald Trump lässt keinen Stein auf den anderen und dies wirkt sich nun auch auf den Ölmarkt aus.

Nachdem er seine Androhungen wahr gemacht und Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt hat, sieht es nun danach aus, als wolle er sich das Atomabkommen mit dem Iran „vorknöpfen“.
Wer dabei nicht seiner Meinung ist, muss gehen!
So hat er schon mal den als gemässigt geltenden Außenminister Rex Tillerson gefeuert und in der letzten Woche musste auch der nationale Sicherheitsberater McMaster seinen Hut nehmen.
Ihm folgt der als neokonservativer „Hardliner“ beschriebene John Bolton, der eine harte Haltung gegenüber dem Iran vertreten dürfte.
Seitdem das Atomabkommen mit den Iran, das Trump wiederholt als „sehr schlechten Deal“ bezeichnet hat, auf der Kippe zu stehen scheint, haben sich die internationalen Rohölpreise deutlich verteuert.
Die Marktteilnehmer fürchten neue Sanktionen gegen den Iran und somit eine Verknappung des Ölangebotes!
Trump hat eine Frist bis Mitte Mai gesetzt, um eine Lösung in drei wichtigen Punkten zu erreichen:
1. Strafen für den Einsatz sog. ballistischer Raketen
2. Ausweitung des Zuganges für internationale Atominspekteure
3. Die Verlängerung der Beschränkungen des Atomprogramms
Derzeit arbeiten US-Diplomaten in Zusammenarbeit mit den europäischen Verbündeten mit Hochdruck an einem Vorschlag, dessen Annahme durch den US-Präsidenten aber keinesfalls als sicher gilt.
Fest steht derzeit wohl nur, dass Trump sich aus dem Vertrag zurückziehen will, sollte es zu keiner Einigung mit den Verbündeten kommen.
Ob dann der Iran die neuen Bedingungen auch aktzeptieren wird, steht nochmals auf einem ganz anderen Blatt.
Eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen!
Doch es gab in letzter Zeit auch noch andere bullish zu wertende Nachrichten.
Vor allem die überraschend gefallenen US-Ölbestände sorgten für rege Käufe, zumal die globale Konjunktur nach wie vor auf Hochtouren läuft und die Nachfrageprognosen tendenziell weiter erhöht werden.
Preisdrückende Meldungen werden in diesen Tagen eher ignoriert.
Vor allem vor den möglichen Folgen des sich abzeichnenden Handelskrieges zwischen den USA und China verschließen die Händler derzeit noch die Augen. Die Auswirkungen werden sich aber sicherlich zeigen!
Spätestens dann, wenn sich die Konjunktur im Reich der Mitte und in Folge wohl auch global abkühlen und somit der Ölverbrauch zurückgehen wird.
Noch ist es aber nicht soweit und so sehen die Börsianer derzeit hauptsächlich die Gefahr einer weiteren Verknappung auf dem Ölmarkt.
Ob die OPEC auf die deutlich gestiegenen Ölpreise reagiert und das bis Ende 2018 beschlossene Förderabkommen eventuell lockert, wird sich ebenfalls Ende Mai zeigen, wenn man sich planmäßig zur Überprüfung trifft.
Bislang waren aber nur Diskussionen über eine Verlängerung über das Jahr 2018 hinaus zu vernehmen.

 

+ preistreibende Faktoren
  • Atom-Abkommen mit den Iran auf der Kippe
  • OPEC-Förderabkommen
  • zuletzt gefallene US-Ölbestände
  • starkes globales Ölnachfragewachstum

 

– preisdrückende Faktoren

  • Boom der US-Schieferölindustrie
  • Drohender Handelskrieg zwischen USA und China
  • permanente Steigerung der Energieeffizienz
  • Elektrifizierung des Straßenverkehrs