Das Wichtigste in Kürze:
Die Heizölpreise steigen heute voraussichtlich um bis zu einen Cent pro Liter, bedingt durch neue Konflikte im Nahen Osten und eine angespannte Versorgungslage bei Gasöl. Aufgrund niedriger Verbraucherbestände und erwarteter hoher Nachfrage im Herbst könnten die Preise weiter ansteigen.
Marktbericht vom 08.07.2026
Das Wichtigste in Kürze:
Die Heizölpreise steigen heute voraussichtlich um bis zu einen Cent pro Liter, bedingt durch neue Konflikte im Nahen Osten und eine angespannte Versorgungslage bei Gasöl. Aufgrund niedriger Verbraucherbestände und erwarteter hoher Nachfrage im Herbst könnten die Preise weiter ansteigen.
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern im späten Handel deutlich angezogen, nachdem aus der Golf-Region neue Angriffe gemeldet worden sind. In Folge starten auch die Heizöl-Notierungen mit weiteren Aufschlägen.
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Aktuell stehen die September-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 76,70 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung Juli kostet zur Stunde 984 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum Dollar zurück und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1410 Dollar gehandelt.
Die USA haben gegen den Iran eine neue Angriffswelle mit nach eigenen Angaben mehr als 80 Zielen gestartet, nachdem es zu Wochenbeginn wieder iranische Anschläge auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus gegeben hatte.
Außerdem wurden die Sanktionen gegen Teheran wieder verschärft, so dass unter anderem ab sofort auch keine iranischen Ölverkäufe mehr möglich sein sollen. Der Iran hat eine "vernichtende Antwort" angekündigt, die Friedensverhandlungen drohen zu scheitern!
Währenddessen scheint sich auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiter zu verschärfen. Gestern wurde ein ukrainischer Angriff auf die russische Schattenflotte in der Nähe der Krim vermeldet.
Die zahlreichen zerstörten oder zumindest stark beschädigten russischen Raffinerien haben mittlerweile zu einer ausgeprägten Treibstoffknappheit geführt, die sich auch seit graumer Zeit preistreibend auf die internationalen Gasölpreise auswirkt.
Der gestern veröffentlichte Monatsreport der Energy Information Administration (EIA) fiel zwar durchweg preisdrückend aus, allerdings ist dieser unter der Prämisse eines störungsfreien Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zu sehen. Die neuen Entwicklungen im Nahen Osten machen den Bericht aber mehr oder weniger obsolet.
Nach Börsenschluss wurden dann noch die neuen US-Ölbestandsdaten des American Petroleum Institute (API) vermeldet. Hier gab es leichte bis mäßige Abbauten über alle Produktbereiche, sodass die Zahlen die Rohölpreise eher zusätzlich angetrieben haben.
Am Devisenmarkt profitiert der US-Dollar aktuell von den neuen Unsicherheiten im Nahen Osten und konnte gestern im Vergleich zum Euro etwas zugelegt. Heute Morgen ist bislang noch keine neue Richtung zu erkennen.
Die Heizölpreise starten mit diesen Vorgaben leider mit weiteren Aufschlägen in den heutigen Tag. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Plus in einer Größenordnung von rund einem Cent pro Liter zu erwarten. Der Großteil der Ölheizer hofft trotz des aktuellen Aufwärtstrends weiter auf fallende Notierungen in den nächsten Wochen, was aber leider wohl kaum eintreten wird. Viel wahrscheinlich sind hingegen massive Versorgungsengpässe im Spätsommer bzw. Herbst. Diese Annahme begründet sich durch niedrige Bestände in den Verbrauchertanks und die extreme Kaufzurückhaltung in den letzten Wochen und Monaten. Ein stark überhohtes Bestellaufkommen vor Beginn der Heizperiode ist vorprogrammiert, die Ausfuhrkapazitäten des Handels sind aber begrenzt.
Die Ölpreise tendieren aktuell nach oben und bei Gasöl ist der höchste Stand seit Mitte Juni erreicht. In Folge ziehen leider auch die Heizöl-Notierungen hierzulande, trotz anhaltender Nachfrageflaute, weiter an.
Die Ölpreise entwickeln sich weiter entgegengesetzt. Bei Rohöl kam es am Freitag zu keinen größeren Veränderungen, die Gasöl-Futures verteuerten sich aber erneut. In Folge tendieren auch die Heizöl-Notierungen weiter nach oben.