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Marktbericht vom 29.06.2006
Die gestern veröffentlichen US-Lagerbestandsdaten brachten einen deutlichen Rückgang bei Rohöl und Benzin und wurden an den Ölmärkten mit Enttäuschung aufgenommen. Die Preise stiegen erneut leicht an.
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Aktuell notieren die Kontrakte auf die US-Sorte "WTI" bei gut 72 US-Dollar pro Barrel, während Nordseeöl "Brent" in London an der IPE (International Petroleum Exchange) für rund 71,70 Dollar gehandelt wird. Der US-Dollar nimmt wieder die 80-Cent-Marke in Angriff, zur Stunde werden rund 79,7 Euro-Cent bezahlt.
Statt eines erhofften Anstieges der derzeit sehr wichtigen Benzinbestände, brachten die vom Department of Energy (DOE) veröffentlichten Zahlen einen Rückgang zur Vorwoche von einer Million Barrel. Auch die Rohöl-Vorräte sanken um über drei Millionen Barrel, was in Summe vielen Börsianern Sorgen über eine ausreichende Benzin-Versorgung in der Feriensaison bereitet. Vor allem im Falle einer erneuten Hurrikan-Katastrophe im Golf von Mexiko würde eine Beschädigung der Öl-Infrastruktur wohl zu ernsthaften Versorgungsprobleme führen.
Zudem verschlechtert sich auch die Stimmung im Atom-Konflikt, wo das geistliche Oberhaupt des Iran, Ali Chamenei, Verhandlungen mit den USA als nutzlos bezeichnete.
Alles keine guten Nachrichten in einem Markt, der von einem permanenten Nachfragewachstum geprägt ist.
Am Devisenmarkt verhelfen Spekulationen um eine deutliche Zinsanhebung dem Dollar zu weiteren Kursgewinnen. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte sei Händlern zufolge bereits berücksichtigt, eine Anstieg um 50 im Bereich des Möglichen.
Auch Heizöl verteuerte sich in Folge der gestiegenen Rohölpreise und des starken Dollars in den letzten Tagen wieder um gut einen Cent. Da der Markt weiter erhebliche Risiken mit deutlichem Aufwärtspotenzial in sich birgt, kann ein Zuwarten nur sehr spekulativ orientierten Verbrauchern geraten werden.
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Gegen Wochenmitte erreichten die Rohöl-Futures mit 75,78 US-Dollar pro Barrel im New Yorker Handel zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch, bröckelten aber am Freitag nach Gewinnmitnahmen wieder etwas ab.
Bisher sind die im Golf von Mexiko in der Ölbranche seit dem letzten Jahr so gefürchteten Hurrikans ausgeblieben, wodurch sich die Märkte weiterhin in sehr ruhigem Fahrwasser bewegen können.