Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise konsolidieren auf hohem Niveau - Heizölpreise kaum verändert!

14.01.2022, 08:33 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern den am Vortag eingeschlagenen Konsolidierungskurs fortgesetzt und sind nur wenig verändert aus dem Handel gegangen. In Folge starten die Heizöl-Notierungen ebenfalls weitgehend stabil in den letzten Handelstag der Woche.

Aktuell stehen die März-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 84,70 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 81,70 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar weiter etwas zulegen und wird heute Morgen zur Kursen um 1,1470 US-Dollar gehandelt.

Der Sorge, dass die Omikron-Welle nicht nur in Europa, sondern vor allem auch in China zu neuen Lockdowns und in Folge zu einer deutlich rückläufigen Ölnachfrage führen könnte, stehen gleich mehrere bullishe, also preistreibende Faktoren entgegen, die derzeit einen Rückgang der Rohölpreise verhindern.
Vor allem die libyschen Förderausfälle und die weiter gefallenen US-Ölbestände gaben den "Bullen" zuletzt Auftrieb. Zwar ist die Ölförderung in Libyen mittlerweile wieder von nur noch 0,6 auf rund eine Million Fass pro Tag angestiegen, die Unsicherheiten sorgen aber weiterhin für einen Risikoaufschlag, ebenso wie die politisch instabile Lage in Kasachstan.
Extrem hohe Gaspreise, die viele Kraftwerksbetreiber auf Öl hat umsteigen lassen und Prognosen, dass die vorhergesagte Überproduktion im ersten Quartal nicht so hoch ausfallen wird, wie dies noch vor einigen Wochen erwartet worden war, tun ihr Übriges. Auch wenn die OPEC+ Gruppe ihre Fördermenge auch per Februar weiter anheben will, so muss sich erst zeigen, ob die Quoten von den Mitgliedsstaaten auch tatsächlich eingehalten werden können. In den vergangenen Wochen war dies ja eher nicht der Fall.
In den nächsten Tagen und Wochen wird natürlich entscheidend sein, wie sich die Corona-Pandemie auf die Nachfrageentwicklung vor allem in Asien auswirken wird. Wenn die chinesische Regierung die restriktive "Zero-Covid-Strategie" weiter durchziehen wird, dürfte dies wohl zu weiteren Lockdowns in einigen Millionenstädten führen.
Auch die Monatsberichte der OPEC und der Internationalen Energieagentur (IEA) werden sicherlich eine nicht unwichtige Rolle spielen. Deren Chef Fatih Birol hat gestern in einem Telefonat mit Journalisten auf eine stärker als von vielen Marktteilnehmern erwartete Nachfragedynamik hingewiesen, was die Vermutung nahe legt, dass die Prognosen der Agentur für dieses Jahr angehoben werden könnten.

Am Devisenmarkt konnte der Euro den Aufwärtstrend der letzten Tage im Vergleich zum US-Dollar fortsetzen. Die in den USA zu erwartenden Zinserhöhungen sind anscheinend mittlerweile in den Kursen enthalten. Gestern gab es einen unerwarteten Anstieg der US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, der sich natürlich ebenfalls nicht preistreibend auf den "Greenback" ausgewirkt hat.

Die Heizölpreise in Deutschland werden mit diesen Vorgaben heute nur wenig verändert in den Tag starten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht nur ein kleines Plus von 0,2 bis 0,3 Cent pro Liter erwarten. Somit bleiben die Notierungen auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten, was sich auch entsprechend auf die Nachfrage auswirkt. Derzeit wird nur das gekauft, was gebraucht wird. Diese Taktik ist durchaus nachvollziehbar, denn die Sommermonate geben wieder Zeit, den Markt zu beobachten und den Tank bei einer günstigen Gelegenheit komplett zu füllen.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Weitere Marktberichte

Montag, 17.01.2022, 08:55 Uhr

Die Ölpreise haben leider auch am Freitag wieder deutliche Gewinne verbuchen können und die Brent-Futures stehen derzeit auf dem höchsten Stand seit Herbst 2014. In Folge geht es leider auch mit den Heizöl-Notierungen hierzulande weiter nach oben.

Donnerstag, 13.01.2022, 09:45 Uhr

Die Ölpreise haben gestern weiter zugelegt, starten heute Morgen aber deutlich schwächer in den asiatisch geprägten Handel. In Folge werden die Heizöl-Notierungen, auch aufgrund von Währungsgewinnen, mit Abschlägen in den heutigen Tag starten.

Heizöl-Marktdaten

Gasölpreis

 
14.01.: *1) 756,00 $
13.01.: *2) 739,00 $

Rohölpreis (Brent)

 
14.01.: *1) 86,29 $
13.01.: *2) 84,10 $

Dollarkurs

 
14.01.: *1) 0,8761 €
13.01.: *2) 0,8729 €

*1) Schlusskurs vom Stand 14.01.2022, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (13.01.2022, 23:59 Uhr)

Heizöl-Charts

 
14.01.: *1) 89,12 €
13.01.: *2) 88,34 €
Prognose: steigende Heizölpreise

*1) Schlusskurs vom Stand 14.01.2022, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (13.01.2022, 23:59 Uhr)

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