Postleitzahl
Liter
Ø-Preis Deutschland
155,38 € / 100 Liter
16.08.2022, 22:10 Uhr
98,0 % zufriedene Kunden
4,84 von 5 Sternen
Trusted Shops zertifiziert
98,0 % zufriedene Kunden

Marktbericht vom 20.07.2022

Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise auf Richtungssuche - Heizölpreise geben weiter nach!

20.07.2022, 08:16 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten bleiben im Spannungsfeld zwischen Rezessionsängsten und einer knappen Versorgungslage und suchen in diesen Tagen eine neue Richtung. Erfreulicherweise haben die Heizöl-Notierungen diese aktuell gefunden, denn es geht wohl auch heute weiter abwärts.

Aktuell stehen die September-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" weiterhin bei 106,30 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 103,70 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar weiter zulegen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,0240 US-Dollar gehandelt.

Auch wenn in den letzten Tagen wieder verstärkt die knappe Angebotslage Thema unter den Börsianern war, bleibt das Aufwärtspotenzial am Ölmarkt derzeit eher gering.
Hauptgrund ist nach wie vor die schlechte Stimmungslage an den Finanzmärkten, für die ausgeprägte Rezessionsängste verantwortlich sind. Außerdem bleibt die Corona-Lage in China angespannt. Derzeit sind nach Schätzungen rund 260 Millionen Bürger von Schutzmaßnahmen betroffen, was sich ebenfalls negativ auf die Ölnachfrage auswirkt. Zu einem spürbaren Einbruch des Ölbedarfs ist es bislang aber nicht gekommen und die meisten Marktexperten rechnen wohl auch nicht damit. Ryan Lance, der Chef des drittgrößten US-Ölkonzerns Conoco Philips hat erst gestern vor einer längerfristigen Angebotsknappheit gewarnt. Er sieht viele OPEC-Staaten am Förderlimit und auch das Wachstum der US-Ölproduktion sei begrenzt.
Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud sieht die fehlenden Raffineriekapazitäten als Hauptproblem für das begrenzte Ölangebot und erteilt somit der Forderung nach einer Produktionserhöhung indirekt eine Absage. Eine Entscheidung zu diesem Thema gibt es aber wohl erst am 3. August , wen das nächste Treffen der OPEC+ stattfindet.
Die gestern nach Börsenschluss vermeldeten US-Ölbestandsdaten des American Petroleum Institute (API) fielen bearish, also preisdrückend aus. Es gab überraschend Aufbauten bei Rohöl und Benzin, nur die um diese Jahreszeit nicht ganz so stark beachteten Destillate verzeichneten einen Rückgang. Entsprechend geraten die Rohölpreise heute im frühen Handel leicht unter Druck.

Am Devisenmarkt konnte der Euro seinen Erholungskurs fortsetzen und im Vergleich zur Ölwährung US-Dollar weitere Gewinne erzielen. Auslöser für den Kursanstieg war der per Juni um 8,6 Prozent gestiegene EU-Verbraucherpreisindex. Dies erhöht den Druck auf die EZB, die Zinsen am morgigen Donnerstag stärker zu erhöhen als ursprünglich geplant. Ein "großer Schritt" von 50 Basispunkten wird immer wahrscheinlicher.

Auch dank der Währungsgewinne werden die Heizölpreise hierzulande aller Voraussicht nach auch heute wieder mit Abschlägen in den Handel starten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von einem halben bis einem Cent pro Liter erwarten. Einen stärkeren Rückgang verhindert derzeit die angespannte Versorgungslage, die derzeit auch maßgeblich durch die niedrigen Pegelstände beeinflusst ist. Da keine generelle Änderung der Wetterlage erwartet wird, dürfte sich die Situation in nächster Zeit leider noch verschärfen. Verbraucher mit knappem Vorrat sollten wachsam sein!

Heizöl-Marktdaten

*1) Schlusskurs vom Stand 20.07.2022, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (19.07.2022, 23:59 Uhr)
*3) Schlusskurs vom Stand 20.07.2022, 23:59 Uhr
*4) Schlusskurs vom Vortag (19.07.2022, 23:59 Uhr)

Weitere Marktberichte