Heizöl-Markt aktuell: Gewinnmitnahmen und Bestandsdaten drücken auf Ölpreise!

24.02.2016, 08:56 Uhr von Josef Weichslberger
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern, nach einem zwischenzeitlichen Ausbruchsversuch nach oben, wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Bei ingesamt recht stabilen Wechselkursen werden in Folge die Heizöl-Notierungen heute mit deutlichen Abschlägen in den Handel starten.

Aktuell stehen die April-Kontrakte der Nordsee-Ölmarke "Brent" bei knapp 33 US-Dollar pro Barrel, ein Fass der US-Ölsorte "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 31,35 Dollar. Der Euro kann sich im Vergleich zur Ölwährung US-Dollar bei Werten knapp oberhalb der 1,10-Dollar-Marke nur knapp behaupten.

Wohl noch unter dem Eindruck des bullish zu wertenden IEA-Reports vom Vortag, zogen die Rohölpreise bis zur Eröffnung des US-Handels nochmals deutlich auf rund 35 Dollar (Brent) an.
Mit der Erwartung gestiegener US-Ölbestände setzten dann aber Gewinnmitnahmen ein, sodass unterm Strich ein deutliches Minus auf den Kurstafeln stand.
Tatsächlich lag der vom American Petroleum Institute (API) dann nach US-Börsenschluss vermeldete Aufbau von 7,4 Mio. Fass deutlich über der Schätzung der Analysten, die nur einen Zuwachs von 1,4 Mio. Barrel erwartet hatten.
Neue und leider nicht berauschende Konjunkturdaten kamen am Vormittag aus Deutschland. Hier wurde zwar ein im Rahmen der Erwartungen liegendes Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal von 2,1 Prozent vermeldet, jedoch fiel der Ifo-Geschäftsklimaindex für Februar von 107,3 auf 105,7 Punkte zurück. Erwartet wurde ein Wert von 106,7 Zählern.
Auch in den USA enttäuschte das Verbrauchervertrauen Conference Board mit 92,2 statt 97 Punkten und auch der Richmond Fed Herstellungsindex wies einen negativen Wert von 4, statt plus 2 aus.
Positiv überraschten die Häuserverkäufe per Januar mit 5,47 statt 5,32 Mio. Einheiten.

Am Devisenmarkt rutschte der Euro nach Bekanntgabe des Ifo-Index zeitweise unter die psychologisch wichtige 1,10-Dollar-Marke, mit der die Gemeinschaftswährung auch heute Morgen noch ringt. Auch wenn immer mehr darauf hindeutet, dass die US-Notenbank die Zinsen vorerst nicht weiter anheben wird, leidet die Gemeinschaftswährung unter der lockeren Geldpolitik der EZB, die diese wohl bald noch verstärken wird.

Die Heizölpreise in Deutschland setzen heute den seit Mitte Januar existenten Seitwärtstrend im Großen und Ganzen fort, werdenaber aller Voraussicht nach mit schönen Abschlägen in den Handel starten. Aktuelle Berechnungen lassen ein Minus von 0,7 bis 0,9 Cent pro Liter erwarten.