Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise nach Gewinnmitnahmen leichter - Heizölpreise geben leicht nach!

18.06.2021, 08:18 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern Verluste hinnehmen müssen, die nach dem kräftigen Anstieg der letzten Tage auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sind. In Folge werden die Heizöl-Notierungen hierzulande erfreulicherweise ebenfalls mit Abschlägen in den letzten Handelstag der Woche starten.

Aktuell stehen die August-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 72,60 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 70,65 Dollar. Der Euro bleibt im Vergleich zum US-Dollar weiter unter Druck und wird heute Morgen nur noch zu Kursen um 1,1910 US-Dollar gehandelt.

Am Ölmarkt ist Durchatmen angesagt, nachdem die Rohölpreise in den letzten knapp vier Wochen um deutlich über zehn Prozent zugelegt haben.
Auslöser für die Gewinnmitnahmen war der deutlich gestiegene Kurs des US-Dollars, was wiederum auf eine womöglich frühere Wende in der Geldpolitik der US-Notenbank zurückzuführen ist. Zum einen verteuert sich dadurch das in Dollar gehandelte Öl, zum anderen sorgen sich die Marktteilnehmer vor einem Ausbremsen der Wirtschaftsentwicklung in den Staaten.
Auch die Aussage des iranischen Chef-Unterhändlers Abbas Aragchi, der eine Einigung bei den Wiener Verhandlungen über die Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 in greifbarer Nähe sieht, könnte den ein oder anderen Händler veranlasst haben, auf die Verkäuferseite zu wechseln.
Generell sind sich aber die meisten Marktexperten einig, dass der Aufwärtstrend weiter intakt ist und es in den nächsten Wochen und Monaten tendenziell weiter nach oben gehen wird.
Ein entscheidender Punkt dabei wird aber natürlich die weitere Vorgehensweise der OPEC+ Gruppe sein. Diese trifft sich Anfang Juli wieder turnusmäßig in Wien, um über die weitere Förderpolitik zu beraten. Dabei wird sicherlich auch das Thema Iran eine große Rolle spielen.
Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA fielen wenig überzeugend aus. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung im Vergleich zur Vorwoche von 375.000 auf 412.000 an, die weitergeführten Jobgesuche bleiben hingegen stabil. Auch der Philadelphia Fed Herstellungsindex konnte mit 30,7 Punkten die Erwartung der Analysten und den Vormonatswert nicht ganz erreichen.

Am Devisenmarkt hat der Euro im Vergleich zum US-Dollar auch gestern wieder deutlich an Wert verloren. Das "laute Nachdenken" der US-Notenbank über eine mögliche Straffung der US-Geldpolitik im nächsten Jahr hat den "Greenback" auch zu anderen wichtigen Währungen, wie dem Britische Pfund, nach oben katapultiert. Es wird nun mit Spannung zu beobachten sein, ob und wann auch die Europäische Zentralbank auf die starke Wirtschaftserholung und die hohen Inflationszahlen reagieren wird.

Die Heizölpreise hierzulande werden trotz der Währungsverluste heute mit schönen Abschlägen in den Handel starten, nachdem es ja bereits gestern leichte Verluste gegeben hat. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von bis zu knapp einen Cent pro Liter erwarten. Somit könnte es aktuell gerade für sicherheitsorientierte Verbraucher ein gute Kaufgelegenheit geben, die Tanks für den nächsten Winter zu füllen bzw. den Vorrat aufzustocken. Denn eine Trendwende ist aufgrund der starken globalen Ölnachfrage nach wie vor leider nicht in Sicht.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Weitere Marktberichte

Montag, 21.06.2021, 09:44 Uhr

Die Ölpreise haben am Freitag schon wieder Gewinne verbuchen können, nachdem es zuvor zaghafte Gewinnmitnahmen gegeben hatte. In Folge starten leider auch die Heizöl-Notierungen hierzulande mit leichten bis moderaten Aufschlägen.

Donnerstag, 17.06.2021, 08:09 Uhr

Die Ölpreise sind gestern trotz eigentlich preistreibend ausgefallener Ölbestandsdaten etwas zurückgefallen, können heute Morgen aber schon wieder zulegen. Aufgrund von Währungsverlusten, werden die Heizöl-Notierungen aber auch heute fester starten.

Heizöl-Marktdaten

Gasölpreis

18.06.: *1) 591,25 $
17.06.: *2) 590,75 $

Rohölpreis (Brent)

18.06.: *1) 73,29 $
17.06.: *2) 73,10 $

Dollarkurs

18.06.: *1) 0,8432 €
17.06.: *2) 0,8398 €

*1) Schlusskurs vom Stand 18.06.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (17.06.2021, 23:59 Uhr)

Heizöl

18.06.: *1) 68,87 €
17.06.: *2) 68,84 €

*1) Schlusskurs vom Stand 18.06.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (17.06.2021, 23:59 Uhr)

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