Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise in Konsolidierung - Heizölpreise geben weiter leicht nach!

22.10.2021, 08:41 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten sind nach dem kräftigen Anstieg in den letzten Wochen nun in eine Konsolidierungsphase übergetreten und haben gestern weiter etwas nachgegeben. In Folge starten erfreulicherweise auch die Heizöl-Notierungen hierzulande mit Abschlägen in den letzten Handelstag der Woche.

Aktuell stehen die Dezember-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei knapp 84 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde rund 82 Dollar. Der Euro muss im Vergleich zum US-Dollar leichte Verluste hinnehmen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1625 US-Dollar gehandelt.

Am Ölmarkt scheint den Bullen langsam die Luft auszugehen, nachdem die Rohölpreise binnen zwei Monaten um rund 20 Dollar pro Barrel auf das höchste Niveau seit rund sieben Jahren nach oben gehandelt worden sind.
Ob es allerdings schon bald zu einer Trendwende kommen wird, ist eher zweifelhaft, denn nach wie vor ist die Versorgungslage angespannt. Hauptgrund ist das nach wie vor unter anderem durch die OPEC+ Gruppe beschränkte Angebot, das nicht ausreicht, die aktuell sehr hohe Nachfrage abzudecken. Zudem wirken sich die explodierten Gaspreise auch negativ auf den Ölmarkt aus, da viele Kraftwerksbetreiber den Brennstoff gewechselt haben.
Gestern kamen zu den technischen Faktoren, die derzeit für eine Konsolidierung oder Korrektur sprechen, auch noch ein paar preisdrückend zu wertende Meldungen hinzu. So könnte die durch den Hurrikan Ida stark beschädigte Ursa-Plattform des Shell-Konzerns möglicherweise schon in der ersten November-Hälfte wieder in Betrieb gehen. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass eine Aufnahme der Produktion nicht vor Beginn des nächsten Jahres möglich sein wird. 
Zudem sorgt das derzeit milde Wetter in weiten Teilen der USA und Europa für eine geringe Nachfrage nach Heizöl.
Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten fielen gemischt aus. Während die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung im Vergleich zur Vorwoche um 6.000 zurückging und auch weniger weitergeführte Anträge gezählt wurden, konnte der Philadelphia Fed Herstellungsindex die Erwartung von 25 mit 23,8 Punkten nicht erfüllen.
 
Am Devisenmarkt fiel der Euro im Vergleich zum US-Dollar gestern im Tagesverlauf etwas zurück. Dies könnte damit zu begründen sein, dass die Europäische Zentralbank (EZB) trotz der stark steigenden Inflation keine Anstalten macht, ihre Geldpolitik zu straffen. Die US-Notenbank hat hier bekanntlich andere Pläne. 

Die Heizölpreise hierzulande werden heute aller Voraussicht auch heute etwas nachgeben, nachdem bereits gestern leichte Verluste zu beobachten waren. Geht es nach aktuellen Berechnungen und ersten Preistendenzen ist ein Minus in einer Größenordnung von mindestens einem halben Cent pro Liter zu erwarten. Ölheizer, die bislang noch nicht bestellt haben, sind nun wieder in den Wartemodus übergegangen, was sich entsprechend auf die Nachfrage auswirkt. Dies tut dem Markt aber gut, denn die Kapazitäten des Handels sind mehr als ausgelastet und die Lieferzeiten extrem hoch.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden. 
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Weitere Marktberichte

Montag, 25.10.2021, 08:46 Uhr

Die Ölpreise haben bereits am Freitag ihren Konsolidierungskurs der letzten Tage beendet und sind mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Leider geht es heute Morgen weiter nach oben, sodass auch die Heizöl-Notierungen mit Aufschlägen starten werden.

Donnerstag, 21.10.2021, 07:51 Uhr

Die Ölpreise waren gestern zunächst weiter auf dem Weg nach unten, als das Department of Energy (DOE) einen deutlichen Rückgang der US-Ölbestände vermeldete. Der Ölkomplex zog sofort kräftig an und sorgt heute für weiter steigende Heizöl-Notierungen.

Heizöl-Marktdaten

Gasölpreis

22.10.: *1) 732,25 $
21.10.: *2) 731,75 $

Rohölpreis (Brent)

22.10.: *1) 85,61 $
21.10.: *2) 84,80 $

Dollarkurs

22.10.: *1) 0,8586 €
21.10.: *2) 0,8602 €

*1) Schlusskurs vom Stand 22.10.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (21.10.2021, 23:59 Uhr)

Heizöl

22.10.: *1) 89,59 €
21.10.: *2) 90,20 €

*1) Schlusskurs vom Stand 22.10.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (21.10.2021, 23:59 Uhr)

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