Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise leicht erholt - Heizölpreise leiden unter schwachem Euro

23.11.2021, 08:16 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich nach dem deutlichen Abschlägen der letzten Tage gestern leicht erholt gezeigt. In Folge werden die Heizöl-Notierungen ebenfalls weitgehend stabil in den Tag starten, wobei sich hier der schwache Euro weiterhin negativ auswirkt.

Aktuell stehen die Januar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei gut 79 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 75,90 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum US-Dollar immer weiter zurück und wird heute Morgen nur noch zu Kursen um 1,1240 US-Dollar gehandelt.

Die sich wieder zuspitzende Corona-Lage in vielen europäischen Ländern dürfte dafür sorgen, dass die Rohölpreise in nächster Zeit nur wenig Potenzial nach oben haben werden.
Außerdem erwarten die meisten Marktexperten eine baldige Trendwende hin zu einer Überversorgung, die vor allem im ersten Quartal nächsten Jahres die globalen Ölvorräte wieder deutlich ansteigen lassen dürfte.
Ein weiterer Faktor, der derzeit auf die Ölpreise drückt, ist die Erwartung einer länderübergreifenden Freigabe von strategischen Ölreserven. Am Markt rechnet man damit, dass US-Präsident Biden bei seiner heute geplanten Rede zur Wirtschaftslage diese ankündigen wird. Neben den USA sollen hier auch China, Japan, Indien und Südkorea mit an Board sein.
Mittlerweile wird aber bereits gemunkelt, dass hier der Schuss auch nach hinten losgehen könnte, wenn nämlich die OPEC+ zu einer Neubewertung der Marktsituation kommen würde und in Folge die Liefererhöhung aussetzten oder die Mengen sogar herunterfahren könnte. Dies ist bislang aber wohl reine Spekulation.
Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten fielen gemischt aus. Während in den USA die Verkäufe bestehender Häuser per Oktober mit 6,34 Millionen höher ausfiel als erwartet und der Chicago Fed Activity Index mit einem Wert von 0,76 ins Plus gedreht hat, geht es mit dem EU-Verbrauchervertrauen - wen wundert es - schon wieder nach unten. Per November wurde hier ein Wert von minus 6,8 Punkte ermittelt, im Vormonat lag dieser noch bei minus 4,8.
 
Am Devisenmarkt bleibt der Euro im Vergleich zum US-Dollar weiter unter Druck und fällt auf immer neue Langzeittiefstände. Der Greenback profitiert von der Aussicht, dass die US-Notenbank die Geldpolitik in nächster Zeit deutlich straffen wird. Dies wohl auch weiterhin unter der Führung von Jerome Powell, den US-Präsident Joe Biden gestern für eine zweite Amtszeit nominiert hat. Dies sorgt für Kontinuität und wirkte sich gestern ebenfalls positiv auf den Dollarkurs aus.

Die Heizölpreise hierzulande haben sich in den letzten Tagen und Wochen zwar recht positiv entwickelt, hätten mit einem stärkeren Euro aber natürlich wesentlich deutlicher nachgeben können. Heute sind nach aktuellen Berechnungen und ersten Preistendenzen nur geringe Aufschläge in einer Größenordnung von bis zu 0,3 Cent pro Liter zu erwarten. Die weiterhin recht geringe Kaufaktivität hat den positiven Effekt, dass die Lieferzeiten langsam zurückgehen. Trotzdem ist vorausschauendes Handeln gefragt, denn die aktuelle Corona-Lage könnte sich schnell auch auf die Lieferfähigkeit des Handels auswirken. Außerdem gibt es vielerorts immer noch Wartezeiten von mehreren Wochen.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Weitere Marktberichte

Mittwoch, 24.11.2021, 08:36 Uhr

Die Ölpreise haben gestern überraschenderweise kräftige Gewinne erzielen können, nachdem die USA die Freigabe strategischer Ölreserven angeordnet hat. In Folge kommt es leider auch bei den Heizöl-Notierungen hierzulande heute zu weiteren Aufschlägen.

Montag, 22.11.2021, 08:21 Uhr

Die Ölpreise haben am Freitag in den Mittagsstunden weitere Verluste hinnehmen müssen und sind auf Tagestief aus dem Handel gegangen. Die Heizöl-Notierungen werden heute nur wenig verändert in die neue Handelswoche starten.

Heizöl-Marktdaten

Gasölpreis

 
23.11.: *1) 690,75 $
22.11.: *2) 673,00 $

Rohölpreis (Brent)

 
23.11.: *1) 82,16 $
22.11.: *2) 79,57 $

Dollarkurs

 
23.11.: *1) 0,8890 €
22.11.: *2) 0,8899 €

*1) Schlusskurs vom Stand 23.11.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (22.11.2021, 23:59 Uhr)

Heizöl-Charts

 
23.11.: *1) 85,35 €
22.11.: *2) 85,12 €

*1) Schlusskurs vom Stand 23.11.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (22.11.2021, 23:59 Uhr)

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