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Marktbericht vom 27.10.2022

Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise wieder von Angebotssorgen getrieben - Heizölpreise ziehen!

27.10.2022, 08:14 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern im Laufe des Tages deutlich zugelegt und sind auf Höchstkurs aus dem Handel gegangen. Dank eines weiter steigenden Euro, werden die Heizöl-Notierungen hierzulande heute aber wohl nur mit leichten bis moderaten Aufschlägen starten.

Aktuell stehen die Dezember-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 95,80 US-Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung November kostet zur Stunde 1.115 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar weiter deutlich zulegen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,008 Dollar gehandelt.

Nachdem sich die Rohölpreise in den letzten Tagen eher seitwärts entwickelt haben, ging es gestern wieder steil nach oben. Grund sind neue Sorgen der Anleger vor einer Knappheit bei Ölprodukten, vor allem bei Mitteldestillaten, also Heizöl und Dieselkraftstoff. Gestern warnte auch noch das in Rohstoffangelegenheiten sehr renommierte Investmenthaus Goldman Sachs vor Engpässen in den USA bei Diesel, da die Bestände auf einem nie dagewesenen Niedrigen Niveau seien.
Diese Angst wurde dann auch am Nachmittag durch die neuen US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE) zumindest nicht geringer. Zwar gab es auch hier, wie tags zuvor bei den API-Zahlen, einen Zuwachs bei Rohöl von 2,6 Millionen Fass, die Benzinvorräte gingen aber um 1,5 Millionen Barrel zurück. Die derzeit im Fokus stehenden und um diese Jahreszeit besonders wichtigen Destillatbestände stagnierten mehr oder weniger auf dem tiefsten Stand seit über 15 Jahren, was auch im Kontext mit dem mittlerweile deutlich höheren Verbrauch gesehen werden muss.
So verstärkten die Zahlen gestern im späten Handel den Aufwärtstrend an den Future-Märkten und der Ölkomplex schloss auf Tageshoch.
Kritisch zur geplanten Obergrenze auf russisches Öl äußerte sich gestern der Chef der größten Energiekonzerns der Welt, Armin Nasser von Saudi-Aramco. Er bezweifelte die Wirksamkeit dieser Maßnahme und bemängelte, dass die Umstrukturierung der Lieferwege viel Unsicherheit am Ölmarkt bringe.

Am Devisenmarkt bleibt der Euro im Vergleich zur Ölwährung weiterhin im Aufwind und konnte gestern zum ersten Mal seit Mitte September wieder über die Parität klettern. Die Händler begründen dies mit der Schwäche der US-Währung nach zuletzt eher schwachen Konjunkturdaten und überraschend stabilen Häuserpreisen. Es wird spekuliert, dass die US-Notenbank das Tempo der Zinsanhebungen bald merklich reduzieren könnte.

Die Währungsgewinne helfen auch heute, dass sich die Heizölpreise hierzulande im Verhältnis zu den internationalen Ölpreisen besser entwickeln werden. Erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht lediglich Aufschläge in einer Größenordnung von bis zu einem Cent pro Liter erwarten, regionale Ausschläge ausgenommen. Insgesamt entspannt sich die Lage am Heizöl-Markt weiter, sodass erfreulicherweise auch die Lieferzeiten langsam zurückgehen. Trotzdem kann hier noch keine Entwarnung gegeben werden, den in vielen Gebieten muss immer noch eine Wartezeit von mehreren Wochen einkalkuliert werden. Daher der dringende Appell, nicht nur die Preise, sondern auch die Lieferzeiten engmaschig zu verfolgen und bei Bedarf rechtzeitig zu bestellen.

Heizöl-Marktdaten

*1) Schlusskurs vom Stand 27.10.2022, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (26.10.2022, 23:59 Uhr)
*3) Schlusskurs vom Stand 27.10.2022, 23:59 Uhr
*4) Schlusskurs vom Vortag (26.10.2022, 23:59 Uhr)

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