Heizöl-Markt aktuell: Warten auf OPEC und Ölbestände - Öl- und Heizölpreise (noch) wenig verändert!

01.09.2021, 09:24 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich auch gestern im Großen und Ganzen wieder recht stabil gezeigt. Die Händler warten auf neue Impulse von der OPEC und die Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE). In Folge sind heute zur Eröffnung auch bei den Heizöl-Notierungen keine großen Veränderungen zu erwarten.

Aktuell stehen die November-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 72,25 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 69,10 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar knapp behaupten und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1795 US-Dollar gehandelt.

Im Vorfeld neuer Ölbestandsdaten und dem heute offiziell beginnenden Treffen der OPEC+ Gruppe konnten sich die Händler gestern nicht für eine Richtung entscheiden, trotzdem gab es aber sehr hohe Umsätze.
Während man im US-Bundesstaat Louisiana noch die Schäden begutachtet, die durch den Hurrikan "Ida" verursacht wurden, hat das American Petroleum Institute (API) gestern Abend nach Börsenschluss neue Ölbestandsdaten veröffentlicht.
Dabei wurde bei Rohöl im Vergleich zur Vorwoche ein Rückgang von vier Millionen Barrel errechnet, was etwas mehr war als erwartet. Dafür legten aber die Benzin-Vorräte überraschend um 2,7 Millionen Barrel zu, die Analysten hatten im Vorfeld ein Minus von 1,5 Millionen Fass prognostiziert. Bei Heizöl bzw. Diesel (Destillate) gab es einen Abbau von zwei Millionen Barrel.
Heute Nachmittag gegen 16.30 Uhr werden dann die wesentlich umfang- und einflussreicheren Zahlen des Department of Energy (DOE) veröffentlicht.
Mit dem Treffen der OPEC+ Gruppe steht heute aber noch ein anderes wichtiges Ereignis auf der Agenda. Bereits gestern traf sich wie üblich das JTC (Joint Technical Committee) der Organisation, das im Vorfeld die Zahlen und Fakten aufbereitet und mehr oder weniger eine Entscheidungsvorlage liefert. Hier wurde wohl, so hieß es aus mehreren Quellen, ein Angebotsdefizit von 0,9 Millionen Barrel pro Tag bis Jahresende errechnet und bis Mai nächsten Jahres wird mit Ölvorräten der OECD-Ländern gerechnet, die unter dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 liegen. Daher wäre es sicherlich eine Überraschung, wenn die geplante Fördererhöhung über den Haufen geworfen werden würde. Aber dass man hier nie ganz sicher sein kann, hat die Organisation in der Vergangenheit schon des Öfteren bewiesen.

Am Devisenmarkt konnte der Euro gestern im Vergleich zum US-Dollar vorübergehend weiter zulegen und auf den höchsten Stand seit Anfang August klettern. Dabei profitierte unsere Gemeinschaftswährung von guten Arbeitsmarktdaten aus Deutschland. Mit einsetzendem US-Handel ging es aber wieder noch unten, obwohl der Chicagoer Einkaufsmanagerindex von 73,4 auf 66,8 Punkte zurückgefallen ist und die Analystenschätzung damit verfehlt wurde.

Die Heizölpreise hierzulande starten heute weitgehend stabil bis weiter leicht steigend in den Handel. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen Aufschläge von maximal einen halben Cent pro Liter erwarten. Somit haben sich die Notierungen in den letzten Tagen heimlich still und leise wieder in Richtung der bisherigen Jahreshöchststände vom Juli gemacht. Dies hat sich auch auf die Nachfrage ausgewirkt, die im Vergleich zur letzen Woche wieder etwas zurückgegangen ist.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Weitere Marktberichte

Donnerstag, 02.09.2021, 08:48 Uhr

Die Ölpreise haben gestern nur vorübergehend stärkere Verluste hinnehmen müssen und konnten sich nach den DOE-Bericht und der OPEC-Entscheidung wieder stabilisieren. In Folge wird es auch bei den Heizöl-Notierungen nur zu geringen Abschlägen kommen.

Dienstag, 31.08.2021, 08:34 Uhr

Die Ölpreise haben sich gestern im Großen und Ganzen seitwärts entwickelt, waren dabei aber durchaus größeren Kursschwankungungen unterworfen. In Folge werden die Heizöl-Notierungen hierzulande weitgehend stabil in den Tag starten.

Heizöl-Marktdaten

Gasölpreis

 
01.09.: *1) 599,75 $
31.08.: *2) 600,00 $

Rohölpreis (Brent)

 
01.09.: *1) 71,29 $
31.08.: *2) 72,99 $

Dollarkurs

 
01.09.: *1) 0,8447 €
31.08.: *2) 0,8469 €

*1) Schlusskurs vom Stand 01.09.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (31.08.2021, 23:59 Uhr)

Heizöl-Charts

 
01.09.: *1) 71,04 €
31.08.: *2) 70,99 €

*1) Schlusskurs vom Stand 01.09.2021, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (31.08.2021, 23:59 Uhr)

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