Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise kaum verändert!

21.04.2017, 08:37 Uhr von Josef Weichslberger
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich gestern seitwärts bewegt und sind kaum verändert aus dem Handel gegangen. Obwohl der Euro im Vergleich zum US-Dollar etwas verloren hat, werden die Heizöl-Notierungen heute aller Voraussicht nach weitgehend stabil in den letzten Börsentag der Woche starten.
 
Aktuell stehen die Juni-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei genau 53 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 50,75 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum Dollar auf Werte um 1,0715 US-Dollar zurück.

Gestern Vormittag gab es zunächst einen recht impulslosen Handel und die Rohölpreise tendierten bis in die Mittagsstunden unter nur sehr geringen Schwankungen seitwärts. Etwas größer wurden die Ausschläge dann am Nachmittag, wobei es auch hier keine Richtungsänderung gab.
Die dabei vermeldeten Konjunkturdaten fielen ingesamt recht gemischt aus. So lag das EU-Verbrauchervertrauen per März nur bei minus 3,6 Punkten, während die Erwartung bei minus 4,8 Zählern lag. Die US Frühindikatoren übertrafen mit plus 0,4 Prozent die Schätzung von 0,2 Prozent ebenso, wie die Zahl der weitergeführten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung, die im Vergleich zur Vorwoche von 2,03 Mio. auf 1,98 Mio. zurückgingen. Dafür stieg die Zahl der Erstanträge von 234.000 auf 244.000 an. Auch der Philadelphia Fed Herstellungsindex per April konnte die Prognose von 25 Punkten mit einem Wert von 22 nicht ganz erfüllen.
Aus OPEC-Kreisen war zu vernehmen, dass man sich intern bereits mit einigen Mitgliedsländern auf eine Fortführung des Förderabkommens geeinigt hätte und diese Maßnahme angesichts des Überangebotes auch nötig wäre. Gleichzeitig wurde aber ein Verlängerung um nur drei statt sechs Monate ins Spiel gebracht, was die Akzeptanz innerhalb und außerhalb des Kartells erhöhen könnte.
Die Ölpreise reagierten aber kaum auf diese Nachrichten und gingen in Nähe der Tagestiefstände aus dem Handel.

Am Devisenmarkt wird es langsam spannend, denn am Sonntag finden in Frankreich die Präsidentschaftswahl statt und die Marktteilnehmer blicken mit Sorge auf das Ergebnis, das die Euro-Gegnerin Marine Le Pen erreichen wird. Sollte sie die Stichwahlen erreichen, würde das den Euro sicherlich belasten. Dies ist nach den derzeitigen Umfragen durchaus möglich und so ging es mit der Gemeinschaftswährung bereits gestern leicht nach unten.

Nach zwei Tagen mit schönen Abschlägen, werden die Heizöl-Notierungen heute aller Voraussicht nach kaum verändert in den Handel starten. Aktuelle Berechnungen lassen aus morgendlicher Sicht minimale Aufschläge in einer Größenordnung von 0,2 Cent pro Liter erwarten. Da die Hälfte der Aufwärtsbewegung von Ende März/Anfang April mittlerweile egalisiert werden konnte und sich die Heizölpreise im langjährigen Vergleich äußerst attraktiv zeigen, kann vor allem sicherheitsorientierten Verbrauchern eine Bevorratung oder Aufstockung auf aktuellem Niveau durchaus empfohlen werden.