Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise ziehen wieder an!

11.10.2017, 08:40 Uhr von Josef Weichslberger
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich im gestrigen Handelsverlauf wieder verteuert und sorgen dafür, dass auch die Heizöl-Notierungen mit deutlich spürbaren Aufschlägen in den heutigen Handelstag starten werden. Der ebenfalls etwas festere Euro mildert diese allerdings etwas ab.
 
Aktuell stehen die Dezember-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 56,75 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 51,10 Dollar. Der Euro kann sich im Vergleich zum "Greenback" weiterhin recht gut behaupten und wird derzeit zu Kursen um 1,1820 US-Dollar gehandelt.

Auch gestern blieb die Nachrichtenlage am Ölmarkt relativ dünn und so war der Handel stark von der Markttechnik geprägt. Mit dem Überschreiten der 50-Dollar-Marke bei den WTI-Futures, war der Weg nach oben frei und die Rohölpreise zogen bis in die Abendstunden deutlich an.
Bullish wirkte dabei sicherlich die Meldung, dass Saudi-Arabien die Produktions- und Exportmengen für November weiter kürzen will. Bereits in den letzten Wochen und Monaten machte das Königreich nicht nur durch Ankündigungen klar, dass mit aller Macht ein ausgeglichener Markt angestrebt wird.
Mit Russland hat man hier auch einen starken Verbündeten und man ist sich mit diesem offenbar einig darüber, dass das OPEC-Abkommen über das erste Quartal 2018 hinaus verlängert werden soll, was dem Ölmarkt derzeit generell wenig Spielaum nach unten lässt.
Die US-Ölbestände werden in dieser Woche nicht wie gewohnt und gestern irrtümlich an dieser Stelle angekündigt am Dienstagabend und Mittwochnachmittag, sondern aufgrund des Columbus-Day`s mit einem Tag Verspätung veröffentlicht. Im Vorfeld rechnen die Analysten im Vergleich zur Vorwoche mit einem Rückgang der Vorräte. Sollte sich dies tatsächlich so einstellen, ist damit zu rechnen, dass die Ölpreise auch den Rest der Woche fest bleiben.

Gut erholt zeigt sich auch der Euro am Devisenmarkt, der gestern im Vergleich zum US-Dollar weiteren Boden gutmachen und über die 1,18-Dollar-Marke klettern konnte. In Katalonien spielt Regierungschef Charles Puigdemont auf Zeit und will weiter mit der spanischen Zentralregierung verhandeln. Dies stützt die Gemeinschaftswährung auch am heutigen Morgen.

Trotz der Währungsgewinne werden die Heizölpreise hierzulande mit Aufschlägen in den Handel starten. Aktuelle Berechnungen lassen aus morgendlicher Sicht rund einen halben Cent pro Liter erwarten. Derzeit liegen die Notierungen relativ exakt auf dem Niveau der letzten beiden Jahre und es ist davon auszugehen, dass sich daran in den nächsten Tagen wenig ändern wird.