Heizölpreis-Prognose 10/2018 bis 11/2018

Gepostet am 23. Okt. 2018 in News

Wie eingangs bereits angedeutet, haben die Heizölpreise in der Vergangenheit die Entwicklung der Rohölpreise in der Regel stets eins zu eins nachvollzogen – meist nur korrigiert durch das Wechselkursverhältnis zwischen der Ölwährung US-Dollar und dem Euro.

Dies hat sich leider in den letzten Wochen gravierend verändert, was mit dem Brand in der bayerischen Raffinerie Vohburg  Anfang September seinen Anfang nahm.
Schnell sprang die Preisdifferenz zwischen Bayern und Schleswig-Holstein , das ja über die Meerhäfen versorgt wird, von den sonst üblichen 2 bis 3 Cent pro Liter, auf 10 bis 14 Cent an. Aktuell liegt diese zwischen Baden-Württemberg und Hamburg sogar bei knapp 20 Cent pro Liter !
Was ist passiert? Die Händler im Südosten mussten verstärkt auf die Raffinerie in Karlsruhe ausweichen, die aufgrund der starken Herbstnachfrage aber bereits voll ausgelastet war.
Hier erfolgt die Versorgung hauptsächlich über die Binnenschifffahrt!
Konnten die Tanker vor einigen Wochen aufgrund des Niedrigwassers zumindest noch rund zur Hälfte beladen werden, so hat sich die Situation in den letzten Tagen nochmals dramatisch verschlechtert und die Rekord-Pegelstände lassen den Nachschub immer mehr abreißen. Wenn es überhaupt Frachtraum gibt, ist dieser extrem teuer. Kein Wunder, denn die Schiffe verkehren teilweise nur noch mit 10 bis 15 Prozent der sonst üblichen Ladung.
Im bundesweiten Durchschnitt haben die Heizölpreise mittlerweile den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren erreicht und in einigen Regionen könnte es bereits in dieser Woche ein neues Allzeithoch geben.
Gerade die Händler in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen bekommen von den Raffinerie- und Tanklagerbetreibern nicht mehr genügend Ware angeboten und so steigen dort die Preise weiter kräftig an.
Mittlerweile strahlt das Problem auch ins Saarland, nach Bayern, Niedersachsen und auch in die südlichen neuen Bundesländer aus.
Nur kräftige Regenfälle könnten eine Entspannung bringen!
Aber danach sieht es derzeit leider noch nicht aus und so ergibt sich für Ölheizer mit geringem Ölvorrat derzeit natürlich eine äußerst prekäre Situation! Guter Rat ist hier teuer!
Da sich das Problem aller Voraussicht nach in den nächsten Wochen aber doch wieder auflösen sollte,  raten wir aktuell zum Kauf einer Teilmenge . Spätestens im ersten Quartal nächsten Jahres sollte sich die Situation entspannen und die Sonderaufschläge, die in den betroffenen Gebieten derzeit bei bis zu 20 Cent pro Liter (!) liegen, sich wieder abgebaut haben.
Jedoch auf einen kurzfristigen Rückgang zu spekulieren, ist nach wie vor äußert riskant und wird wohl kaum von Erfolg gekrönt werden. Dabei müssen auch die Lieferzeiten von bis zu sechs Wochen beachtet werden.
Wer also noch in diesem Jahr Heizöl benötigt, sollte mit der Bestellung nicht mehr warten, auch wenn dies bei den aktuellen Preisen sehr weh tut!