Ölmarkt-Analyse Januar 2017

Gepostet am 19. Jan. 2017 in News

Der gesamte Ölmarkt muss sich, nach der Ende November vorabschiedeten Förderreduzierung der OPEC und anderer wichtiger Ölförderländer, neu orientieren.
Rohölpreise von 30 bis 40 Doller pro Fass scheinen – zumindest in absehbarer Zeit – der Vergangenheit anzugehören.
Doch schon seit Mai letzten Jahres war eine gewisse Stabilisierung auf höherem Niveau zu beobachten, was sehr schön aus dem nachfolgenden Chart hervorgeht.

Die extrem niedrigen Rohölpreise zu Beginn des Jahres, brachten vor allem die Ölproduzenten in Nordamerika in Bedrängnis, die daraufhin viele Fracking-Ölförderanlagen schließen bzw. geplante Projekte auf Eis legen mussten.
Seit dem nachhaltigen Überschreiten der 45-Dollar-Marke steigt die Zahl der aktiven US-Ölbohranlagen aber wieder kontinuierlich an.
Waren es im Mai noch 314 Produktionsstätten, so sind es mittlerweile deutlich mehr als 500 Einheiten!

Dies ist sicherlich ein Grund, warum sich die Rohölpreise seit Jahresbeginn wieder auf dem Rückzug befinden, denn natürlich wird sich in logischer Folge die US-Produktion in den nächsten Wochen und Monaten deutlich erhöhen.

Der andere und wohl wesentlich wichtigere Aspekt ist aber die nun anstehende bzw. bereits im Gang befindliche Umsetzung der beschlossenen Kürzungen durch OPEC und Co.
Bislang war der Preisanstieg nur der Ankündigung geschuldet.

Jetzt muss die OPEC „liefern“!

Erste verlässliche Zahlen werden frühestens Ende Januar erwartet. Sollte sich herausstellen, dass hier die Mengen nicht im vereinbarten Rahmen reduziert worden sind, könnte es durchaus wieder etwas nach unten gehen.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Rücknahme der Förderquoten von vornherein nur auf das erste Halbjahr 2017 beschränkt ist. Wird keine Folgevereinbarung getroffen, werden dem Markt ab Juli wieder wesentlich höhere Mengen zur Verfügung stehen.

Daher glauben wir nicht, dass die Rohölpreise derzeit noch sehr viel Luft nach oben haben und sehen von dieser Seite eher eine leichte Entlastung für den heimischen Heizöl-Markt.

+ preistreibende Faktoren

  •     OPEC will tägliche Fördermenge um 1,2 Mio. Barrel kürzen
  •     „Nicht-OPEC-Länder“ kürzen ebenfalls um gut 0,5 Mio. Fass
  •     starkes Ölnachfragewachstum aus China und Indien

– preisdrückende Faktoren

  •     Zweifel über konsequente Umsetzung der Kürzungsbeschlüsse
  •     US-Schieferölindustrie weiter auf dem Vormarsch
  •     zuletzt wieder deutlich gestiegene US-Ölbestände
  •     schwaches globales Wachstum
  •     permanente Steigerung der Energieeffizenz