Ölmarkt-Analyse November 2016

Gepostet am 15. Nov. 2016 in News

Die OPEC kämpft ums Überleben! Nach einer langen Zeit der Untätigkeit und einer Art Schockstarre, angesichts des massiven Preisverfalls der letzten Jahre, ist das Kartell nun gefordert, Angebot und Nachfrage wieder halbwegs ins Gleichgewicht zu bringen.
Gelingt das nicht, könnte das unter Umständen den Zerfall der einst zu einflussreichen Organisation bedeuten.
Umso ernster wurde der zweite Anlauf in diesem Jahr, die Fördermengen zu begrenzen, auch genommen und der Markt reagiert mit stark steigenden Preisen.

Doch je näher es an die Umsetzung geht, desto größer werden die Zweifel, ob es Ende November tatsächlich zum geplanten Abschluss des Abkommens kommen wird.

Entsprechend schwach präsentierten sich die Ölpreise in den letzten Wochen und die Notierungen liegen derzeit sogar deutlich deutlich unterhalb des September-Niveaus!

Angesichts der geplanten Ausnahmeregelungen für den Iran, Lybien und Nigeria, die ja allesamt keine kleinen Ölförderländer sind, pocht nun auch der Irak darauf, von den Kürzungen ausgenommen zu werden.
Stellt sich die Frage, wer übrig bleibt, die dringend notwendigen Fördereinschränkungen dann auch wirklich umzusetzen.

Es wird also mit Spannung zu beobachten sein, wie die OPEC Ende November zu einem Beschluss kommen will, der dann auch noch umgesetzt werden muss.

Das zweite große Thema am Ölmarkt ist natürlich die überraschende Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten. Die Ölpreise erholten sich hier allerdings sehr schnell vom ersten Schock und mittlerweile ist das Thema wohl vorerst vom Tisch.
Der alt bekannte Spruch „politische Börsen haben kurze Beine“ bewahrheitete sich wieder einmal!
Wir wollen uns an bewusst nicht an den vielen Spekulationen beteiligen und hoffen, dass der Einfuss eines einzelnen Menschen auf die Entwicklung von Politik und Wirtschaft in einer gut funktionierenden Demokratie gering bleibt.

Ansonsten gibt es weiterhin keine klare Richtung, was die weltweite Konjunkturentwicklung anbetrifft.
Aus allen wichtigen Wirtschaftsregionen werden immer wieder gemischt ausgefallen Indiakationen veröffentlicht, die keinen klaren Trend erkennen lassen.

Angesichts der Unberechenbarkeit der OPEC ist es derzeit äußerst schwer eine Prognose zum weiteren Verlauf der Ölpreise abzugeben.
Klar scheint zu sein, dass im Falle eines Scheitern die Notierungen weiter unter Druck bleiben werden.

+ preistreibende Faktoren

  •     beabsichtige Förderbeschränkungen der OPEC
  •     wirtschaftlich bedenkliche Situation in Brasilien und Venezuela
  •     starke Ölnachfrage aus Indien

– preisdrückende Faktoren

  •     Zweifel über OPEC-Abkommen
  •     Kampf um Marktanteile
  •     US-Ölfördung durch Fracking steigt
  •     schwaches globales Wachstum
  •     permanente Steigerung der Energieeffizenz